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Die Autofähre »Münsterland« der Reederei AG Ems wird für den Einsatz von LNG umgebaut. Der Auftrag ging an die niederländische Schiffswerft Koninklijke Niestern Sander BV in Delfzijl.

Die »Münsterland« ist bereits das dritte Schiff in der Flotte der AG Ems, das künftig mit Erdgas fahren wird. »Damit setzen wir ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige Umweltfreundlichkeit im deutschen Seeverkehr«, sagt AG Ems-Vorstand Bernhard Brons. Das Auftragsvolumen beträgt 17,5 Mio. €. anders als bei den ersten beiden Projekten habe der Bund erstmals eine Förderung für die LNG-Umrüstung zugesagt.

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© AG Ems

Die Reederei setzt dabei erneut auf ein Umbaukonzept, das bereits bei der Fähre »Ostfriesland« zum Tragen kam: Während das Schiff noch im Borkum-Verkehr unterwegs ist, wird auf der niederländischen Werft bereits das neue Achterschiff einschließlich der Flüssiggas-Anlagen gebaut und damit die Ausfallzeit auf ein Minimum beschränkt.

Das leicht angepasste Maschinenkonzept basiert auf einem diesel-gas-elektrischen Antrieb (Dual Fuel) mit 360° drehbaren elektrischen Pods. »Wir haben mit dem Betrieb der ›Ostfriesland‹ viele Erfahrungen sammeln können, so dass wir das Konzept nun noch einmal optimieren können«, sagt Claus Hirsch, Technischer Inspektor der Reederei. Nach dem Umbau werden der CO2-Ausstoß um 20% und und von Stick- und Schwefeloxiden sogar um 90% und mehr reduziert. Feinstaub wird sogar fast zu 100% vermieden.

Verlängerung um 15 m

Die 1985 auf der Jansen Werft in Leer gebaute »Münsterland« ist bei einer Vermessung von 1.860 BRZ gut 78 m lang und 12 m breit. Positiver Nebeneffekt der Verlängerung um 15 m: An Bord entsteht Platz für etwa 15 zusätzliche Pkw-Stellplätze sowie zwei neue Salonbereiche und ein größeres Sonnendeck.

Der Baubeginn des neuen Achterschiffes erfolgt in Kürze. Am 1. September 2020 soll die »Münsterland« dann aus der Fahrt genommen werden. Dann folgt die »Hochzeit« von neuem Achterschiff und altem Vorschiff. »Wir gehen von einer Indienststellung zum 28. Februar 2021 aus«, erklärt Brons.