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Piraten haben vor Westafrika acht Seeleute von dem deutschen MPP-Frachter »MarMalaita« entführt. Die Hamburger Reederei MC-Schiffahrt bestätigte den Vorfall.

Der Angriff habe sich bereits am Donnerstag ereignet, heißt es. Demnach hätten die bewaffneten Piraten den Frachter zwischen 23.00 Uhr und 24.00 Uhr Ortszeit am Ankerplatz von Douala in Kamerun angegriffen. Sie hätten das Schiff geentert und acht der zwölf Besatzungsmitglieder entführt.

Mad Dabelstein, MC-Schifffahrt
Mad Dabelstein (© MC-Schiffahrt)

Die 1986 gegründete und von Mad Dabelstein geführte Reederei MC-Schiffahrt habe ein Notfallteam zusammengestellt. »Wir werden alles tun, um den Fall in Zusammenarbeit mit den relevanten Behörden zu lösen und die Seeleute sicher nach Hause zu bringen«, heißt es. Drei der Entführten sind Russen, wie das Außenministerium in Moskau mitteilte. Zur Nationalität der übrigen Crew-Mitglieder gab es keine Angaben.

The 142 m lange »MarMalaita« war am Mittwoch vor Douala eingetroffen und vor Anker gegangen. Der MPP-Frachter (10.600 tdw) wurde 2002 bei Yichang Shipyard in China gebaut und fährt unter der Flagge von Antigua and Barbuda.

Die Gewässer vor Westafrika gelten als Hochrisiko-Gebiet, in dem sich in jüngster Zeit die meisten Piratenüberfälle ereignet haben. Nach Angaben des International Maritime Bureau (IMB) wurde fast zeitgleich auch ein griechischer Bulk Carrier auf der Reede vor Douala angegriffen. Insgesamt seien damit innerhalb weniger Stunden 17 Menschen entführt worden. Einen Tag zuvor war die Besatzung eines Tankers einem Angriff vor Nigeria knapp entkommen.

Von insgesamt 75 Seeleuten, die weltweit in der ersten Hälfte dieses Jahres als Geiseln genommen wurden, wurden 62 im Golf von Guinea entführt. Die meisten Angriffe gab es demnach in nigerianischen Hoheitsgewässern. Das IMB sprach eine Warnung an alle Schiffe aus.