Claudia Müller
Claudia Müller (© Grüne)
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Die Bundesregierung fördert ein nordostdeutsches Konsortium in dessen Bemühungen um die Digitalisierung im Schiffbau. Gleichzeitig werden weitere Millionen für klimaneutrale Schiffe angekündigt.

Die Grünen-Politikerin und Koordinatorin der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus Claudia Müller übergab jetzt in Stralsund dem Konsortium zu Digitalisierung des Schiffbaus unter Leitung der Ostseestaal GmbH einen Förderbescheid in Höhe von 1,3 Mio.€.

»Die maritime Wirtschaft in Deutschland ist geprägt durch eine moderne, auf innovative Produkte spezialisierte Schiffbauindustrie mit starken Positionen im globalen Wettbewerb. Diese Positionen gilt es auszubauen. Eine große Chance für die Werften und ihre Zulieferer bietet die Digitalisierung, die immer mehr Bereiche des Schiffbaus und der Schiffstechnik erfasst«, sagte Müller.

Digitale Informationsströme beschleunigen die Automatisierung der Produktion im Schiffbau. Doch an einigen Nahtstellen, unter anderem zwischen Entwicklung und Fertigung, stocken die Informationsflüsse, heißt es aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Hier gebe es Innovationsbedarf, den die Bundesregierung mit ihren Fördermitteln unterstützen will. Ziel ist die Schaffung digitaler Produktmodelle, »in denen sämtliche Prozesse eines Schiffslebenszyklus abgebildet werden können«. Damit soll der Schiffbau smarter, kosteneffizienter und zukunftsfähiger werden.

Mit dem vom BMWK jetzt geförderten Projekt sollen die kaltplastische 3D-Umformung sowie die Qualitätskontrollen durchgehend digitalisiert werden – vom Wareneingang über die Fertigung bis zur Endprüfung. Zur Anwendung kommen hierbei auch Methoden der Künstlichen Intelligenz. Durch die digitalisierten Prozesse könnten die Produktionskosten von Stahlbau-Unikaten den Angaben zufolge um bis zu 7% gesenkt werden.

»In der Schifffahrt sind jedoch nicht nur digitale, sondern auch umweltfreundliche Lösungen gefragt«, so Müller weiter. Daher will die Bundesregierung aktiv werden. Für die Entwicklung grüner maritimer Technologien sollen bis 2025 »noch einmal 30 Mio. €« zusätzlich pro Jahr bereitgestellt werden. »Dadurch wollen wir den Bau von Null-Emissionen-Schiffen vorantreiben und ein starkes Signal für die klimaneutrale Schifffahrt aussenden«, so die Koordinatorin.

Maritime Forschungsprogramme des BMWK:

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat für die maritime Branche das »Maritime Forschungsprogramm« sowie der Förderlinie »Echtzeittechnologien für die Maritime Sicherheit« aufgesetzt. Die Maßnahmen sollen bei der Entwicklung innovativer Produkte in Zukunftsfeldern des Schiffbaus, der Offshore-Industrie und der Meerestechnik unterstützen. Die Förderprogramme haben ein Fördervolumen von jährlich ca. 60 Mio. €.

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