DNV plant Zusammenarbeit mit indischen Schiffbauern

Die Klasse DNV plant eine Zusammenarbeit mit dem indischen Schiffbauunternehmen GRSE. Beide Partner unterzeichneten auf der SMM 2026 eine Absichtserklärung, bei der es auch um „Green Tech“ und Verteidigung geht.
Vertreter von GRSE umd DNV auf der SMM 2026
Die Absichtserklärung wurden von P. R. Hari (4. v. l.), Vorstand und Managing Director von GRSE, und Knut Ørbeck-Nilssen (3. v. r.), Group President und CEO von DNV, auf der SMM 2026 unterzeichnet (© DNV)

DNV streckt den Arm nach Indien aus. Künftig wird die Klassifizierungsgesellschaft mit dem Schiffbauunternehmen Garden Reach Shipbuilders and Engineers Limited (GRSE) zusammenarbeiten. Die auf der SMM 2026 geschlossene Absichtserklärung umfasst unter anderem die Bereiche „fortschrittlicher Schiffbau“, Digitalisierung, grüne Technologien sowie Kompetenzentwicklung. Beide Partner wollen das Wachstum des indischen See- und Verteidigungssektors fördern.

Im Rahmen der Vereinbarung unterstützt DNV das Unternehmen GRSE durch Klassifizierungsleistungen und technische Beratung für Marine-, Verteidigungs- und Spezialschiffe. Hinzu kommen Informationen zu sich wandelnden maritimen Vorschriften und internationalen Marinestandards.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich laut DNV auf Bereiche wie modulare Bauweise, Designoptimierung und die Entwicklung „hochmoderner Schiffstypen“ – darunter autonome Plattformen, Offshore-Patrouillenschiffe der nächsten Generation und Polarforschungsschiffe. Zudem berät die Gesellschaft die Werft GRSE beim Ausbau der Infrastruktur für Reparaturen und Umbauten, um sowohl inländische als auch internationale Marinekunden bedienen zu können.

Darüber hinaus kooperieren beide Organisationen bei der Entwicklung von Fähren mit Elektro- und Hybridantrieb, emissionsarmen Hilfsschiffen für die Marine sowie bei Strategien für alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff und Ammoniak. Die Vereinbarung umfasst zudem die Bewertung von Emissionen über den gesamten Lebenszyklus sowie Unterstützung bei der Einhaltung der „Maritime Amrit Kaal Vision 2047“ – Indiens maritimer Strategie für die kommenden Jahrzehnte – und internationaler Umweltstandards.

„Schiffbauer müssen vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und unvorhersehbarer Märkte langfristige Entscheidungen treffen; diese Ungewissheit ist eine der größten Sorgen, die uns aus der gesamten Branche gespiegelt werden“, sagte Knut Ørbeck-Nilssen, CEO von DNV, anlässlich der Unterzeichnung auf der SMM. „Doch dies eröffnet auch Chancen für Innovationen und den Aufbau neuer Kompetenzen entlang der gesamten maritimen Wertschöpfungskette. Wir blicken auf eine mehr als fünf Jahrzehnte währende Beziehung zur indischen Schifffahrt und zum Schiffbau zurück und freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit einem zukunftsorientierten Partner wie GRSE, der fortschrittliche Designs, Prozesse und Systeme für Kunden im In- und Ausland entwickelt.“

Commodore P. R. Hari, Vorsitzender und Geschäftsführer von GRSE, fügte hinzu: „Diese Partnerschaft setzt auf Innovation, Nachhaltigkeit und globale Spitzenleistungen – sie trägt zu einem stärkeren und eigenständigeren indischen maritimen Ökosystem und Verteidigungssektor bei.“

DNV bringt zudem seine Expertise in Bereichen wie KI-gestütztem Schiffsdesign, digitalen Zwillingen und Cybersicherheit ein. Die Partner werden zudem gemeinsame Schulungsprogramme für Fachkräfte von GRSE sowie für indische Schiffbauingenieure und Sachverständige durchführen, um Indiens maritime Lieferkette zu stärken und Kapazitäten aufzubauen – insbesondere für den maritimen Cluster in Ostindien.

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