Deutsche Reeder und chinesische Werften suchen Schulterschluss

Auf dem ersten China-Europe Maritime Summit haben chinesische Schiffbauer und europäische Reeder eine engere Zusammenarbeit bei der Schiffsentwicklung, bei alternativen Kraftstoffen und bei der Digitalisierung gefordert.
Knut Ørbeck-Nilssen, Group President and CEO at DNV, Dr. Gaby Bornheim, President of the German Shipowners' Association (VDR), Xu Peng, Chairman of China State Shipbuilding Corporation (CSSC)
Knut Ørbeck-Nilssen, Group President and CEO at DNV, Gaby Bornheim, Präsidentin des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Xu Peng, Chairman of China State Shipbuilding Corporation (CSSC) (© DNV)

Das Treffen, der gemeinsam von der China Association of the National Shipbuilding Industry (CANSI), dem Verband Deutscher Reeder (VDR) und der Klassifikationsgesellschaft DNV im Rahmen der SMM in Hamburg organisiert wurde, brachte Führungskräfte aus zwei maritimen Sektoren zusammen, die gemeinsam einen bedeutenden Teil der weltweiten Flotte prägen. Energieeffizienz, betriebliche Flexibilität und digitale Innovation wurden als Schlüsselbereiche für die Branche hervorgehoben, während diese sich den Herausforderungen der Dekarbonisierungsziele, sich wandelnder Vorschriften und der Ungewissheit hinsichtlich künftiger Antriebs- und Kraftstoffoptionen stellt.

Knut Ørbeck-Nilssen, Group President und CEO von DNV, sagte: „Führungskräfte aus dem chinesischen Schiffbau, der europäischen Schifffahrt und der gesamten maritimen Wertschöpfungskette an einem Ort zu versammeln, ist sowohl zeitgemäß als auch wichtig. Die Entscheidungen, die heute in unserer Branche getroffen werden, werden die Schifffahrt auf Jahrzehnte hinaus prägen; dieser Gipfel unterstreicht das gemeinsame Engagement, die Zukunft unserer Branche gemeinsam zu gestalten.“

Auf die chinesische Schiffbauindustrie entfallen rund 70 % des weltweiten Auftragsbestands, während europäische Reeder mehr als ein Drittel der weltweiten Flottenkapazität betreiben. Angesichts der zunehmenden Unsicherheit in der globalen Schifffahrtsbranche sei es entscheidend, Lösungen zu finden, die Flexibilität bieten, hieß es im Nachgang des Gipels. Auf dem Podium vertreten waren unter anderem China Merchants Industry (CMI), Guangzhou Shipyard International (GSI), Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding (SWS) und das Shanghai Merchant Ship Design & Research Institute (SDARI) sowie die Vogemann Reederei, Briese Schiffahrt, Bernhard Schulte, MPC Containerships und Grieg Edge sowie Vertreter von DNV. Zudem wurde die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen China und Europa zur Unterstützung der Transformation der Schifffahrt hervorgehoben.

Xu Peng, Vorsitzender der China State Shipbuilding Corporation (CSSC), betonte: „Die maritimen Sektoren Chinas und Europas teilen gemeinsame Ziele, sich ergänzende Stärken und vielversprechende Perspektiven. Dieser Gipfel kann als Ausgangspunkt für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen der chinesischen Schiffbauindustrie und der europäischen Schifffahrtsbranche dienen sowie dazu beitragen, die Grenzen der Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erweitern und ein vernetztes Ökosystem zu schaffen.“

Gaby Bornheim, Präsidentin des Verbands Deutscher Reeder (VDR), sagte: „Für Reeder ist ein neues Schiff niemals eine Investition für das nächste Quartal. Es ist ein Engagement für Jahrzehnte. Langfristige Investitionen erfordern vertrauensvolle Partnerschaften, und viele der weltweit fortschrittlichsten Handelsschiffe sind das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen europäischen Reedern und chinesischen Schiffbauern. Spitzenleistungen entstehen selten im Alleingang.“

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