Lloyd Werft weiht Schiffsrecycling-Anlage ein

Dafür wurde jetzt eine Schiffsrecyclinganlage offiziell eingeweiht. Gemeinsam mit der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft Henrike Müller sei damit „ein weiterer Schritt für nachhaltiges Schiffsrecycling und eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft in Bremerhaven“ vollzogen worden, teilte die Werft mit. Man sei damit der zweite Standort in Deutschland, an dem Schiffsrecycling in dieser Form betrieben wird.

Eine neue bauliche Anlage musste dafür nicht errichtet werden: Für das Schiffsrecycling nutzt die Lloyd Werft – die nach der Insolvenz des asiatischen Eigners Genting und dem Kollaps der MV-Werften-Gruppe von der Rönner-Gruppe und der Gustav-Zech-Stiftung übernommen worden war – ihre vorhandene Infrastruktur. Die Docks sowie ausgewählte Flächen auf dem Werftgelände werden für die verschiedenen Schritte des Rückbaus eingesetzt. Damit verbindet die Werft ihre bestehende Infrastruktur mit einem weiteren Geschäftsfeld und schafft zusätzliche Möglichkeiten für eine nachhaltige Nutzung ihrer Anlagen.
„Schiffsrecycling bedeutet für uns vor allem, vorhandene Ressourcen bestmöglich zu nutzen und wertvolle Materialien wieder in den Kreislauf zurückzuführen“, sagt Andre Hennes, Head of HSSEQ. „Mit unseren Docks und der vorhandenen Infrastruktur bieten wir dafür die notwendigen Voraussetzungen. Gleichzeitig leisten wir einen Beitrag dazu, Schiffe kontrolliert und fachgerecht zurückzubauen.“

Beim Schiffsrecycling soll den Plänen der Werft zufolge ein ausgedientes Schiff systematisch zurückgebaut und in verwertbare Materialströme zerlegt werden. Der Prozess beginnt mit der Vorbereitung und der fachgerechten Entfernung von Betriebsstoffen und Schadstoffen. Dazu zählen beispielsweise Öle, Treibstoffe, Kühlmittel und schadstoffhaltige Bauteile.
Im nächsten Schritt werden wiederverwendbare oder separat zu behandelnde Komponenten ausgebaut. Dazu gehören unter anderem Motoren und Aggregate, Kabel und Elektronik sowie Teile der Einrichtung und Ausrüstung.
Anschließend wird der Schiffskörper abschnittsweise zerlegt. Große Stahlsektionen werden dabei in kleinere, transport- und weiterverarbeitbare Teile geschnitten. Die gewonnenen Materialien werden anschließend nach Stoffgruppen sortiert. Neben Stahl und Eisen können dabei unter anderem Aluminium, Kupfer und weitere Metalle sowie Kunststoffe, Holz und Glas zurückgewonnen werden.
Ein wesentlicher Teil der gewonnenen Materialien, insbesondere der Schrottstahl, kann anschließend als Sekundärrohstoff wieder in die Stahl- und Metallindustrie gelangen. Materialien, die nicht recycelt werden können oder schadstoffhaltig sind, werden fachgerecht entsorgt.

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