DP World und GFS rücken an Feeder-Marktführer X-Press an

2023 war die in Singapur beheimatete Reederei X-Press Feeders an der damaligen Reederei Unifeeder vorbeigezogen. Seither wurde der Marktanteil sukzessive ausgebaut, unter anderem mit diversen Neubauten. In den letzten zwölf Monaten schrumpfte die Flotte allerdings, wie der Branchendienst Alphaliner in seinem neuesten Marktbericht zeigt. Demnach sank die Kapazität um 7,1% auf rund 182.000 TEU.
Im Weltmarkt aller Containerlinienreedereien liegt X-Press Feeder auf Rang 14, im Feeder-Geschäft bleibt man trotz ds Rückgangs Marktführer. „Die Auswirkungen des Nahostkonflikts zwangen X-Press zu Dienstkürzungen in der Region, was der Hauptgrund für den Rückgang ist“, schreiben die Alphaliner-Analysten. Der Rückgang konzentriert sich demnach auf die Handelsroute zwischen dem Nahen Osten und dem indischen Subkontinent, wo die eingesetzte Kapazität um rund 38.000 TEU (34,2 %) sank. Zu den ausgesetzten Diensten gehört der gemeinsam mit Heung-A Line, Sinokor und TS Lines betriebene „JFX“ (Jebel Ali – Fernost), auf dem X-Press zuvor insgesamt 16.700 TEU eingesetzt hatte.
Es gab aber auch Wachstum in anderen Regionen. So baute X-Press die Kapazitäten im inner-europäischen Verkehr (+7,4 % bzw. +2.900 TEU) sowie in Lateinamerika (+17,7 % bzw. +5.100 TEU) aus. In diesem Jahr stieg X-Press zudem in den Verkehr zwischen Fernost und Europa ein, indem die „X-Press Odyssey“ mit 4.785 TEU auf einem Trade zwischen Fernost und dem Mittelmeer eingesetzt wird, der gemeinsam mit China United Lines und GFS betrieben wird.
DP World Shipping Solutions in Hamburg
Auf Rang 2 des Feeder-Rankings folgt nach wie vor DP World. Der arabische Konzern hatte seinen Shortsea-Bereich, der nach einer Übernahme unter der Marke „Unifeeder“ weitergeführt wurde, Ende letzten Jahres in DP World Shipping Solutions umbenannt. 147.800 TEU werden aktuell eingesetzt. Damit gibt es auch in der DP-World-Flotte ein Minus Es fällt mit 2,5% allerdings deutlich geringer aus als bei X-Press.
Der „moderate Gesamtrückgang“ bei DP World war ebenfalls auf den Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen. Die im Verkehr mit dem Nahen Osten und dem indischen Subkontinent (ME/ISC) eingesetzte Kapazität sank laut dem Alphaliner-Bericht um 7.500 TEU, während die Kapazität in allen anderen Regionen im Jahresvergleich weitgehend stabil blieb.
Die Einbußen wurden teilweise durch neue Einsätze an anderer Stelle ausgeglichen, insbesondere durch die Route Südostasien–Westindien und eine Reihe von Zusatzschiffen („Extra Loaders“) für den Verkehr mit dem Nahen Osten und dem indischen Subkontinent. Aktuell werden 85 Schiffe eingesetzt, wobei wobei die durchschnittliche Schiffsgröße von 1.613 TEU auf 1.739 TEU gestiegen ist. Zum Vergleich: vor einem Jahr waren es noch 94 Schiffe.
DP World Shipping Solutions ist hierzulande ein sehr gut bekannter Akteur – nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit deutschen Containerschiffseignern. Und in der Flotte passiert einiges. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, kommen Sie am 26. November zum HANSA-Forum. Dort gibt es ein eigenes Panel rund um das Thema Shortsea, bei dem auch DP World Shipping Solutions vertreten sein wird – gemeinsam mit Vertretern von Tailwind, CMB und Langh Ship. Hier gehts zur Anmeldung.
Wachstum bei GFS
Ein Kapazitätswachstum brachte hingegen die in Dubai ansässige Global Feeder Shipping zu Stande. Im Jahresvergleich wurde die Flotte um knapp 31% ausgebaut und legt aktuell bei 145.000 TEU. Damit nähert sich GFS bis auf 2.700 TEU an DP World an, verglichen mit einem Abstand von mehr als 40.000 TEU vor einem Jahr. Nicht wenige Branchenbeobachter bringen das Wachstum mit der neuen Eigentümerstruktur in Verbindung. Erst im Sommer hatte die AD Ports Group ihren Anteil auf über 80% erhöht und dafür rund 300 Mio. $ investiert.
Der Handel zwischen dem Nahen Osten und dem indischen Subkontinent (ME/ISC) bleibt der Kernmarkt von GFS und war für den Großteil des Wachstums verantwortlich – im Gegensatz zu X-Press Feeders und DP World, die ihre Präsenz in dieser Region jeweils reduzierten. Die von GFS in diesem Fahrtgebiet eingesetzte Kapazität stieg im Jahresvergleich um 26,9 % bzw. 21.600 TEU auf knapp über 100.000 TEU an; dies entspricht rund 70 % der gesamten Flotte des Unternehmens.
Dieses Wachstum wurde durch die Einführung vier neuer Liniendienste vorangetrieben: Diese verbinden den Fernen Osten mit dem Roten Meer und dem indischen Subkontinent sowie den Nahen Osten mit der indischen Westküste und brachten eine zusätzliche Kapazität von insgesamt 28.000 TEU.
Die Reederei ersetzte Anläufe im Golf durch Häfen am Roten Meer und weitete ihre Präsenz auf benachbarte Fahrtgebiete aus. Infolgedessen hat GFS laut Alphaliner beide Konkurrenten überholt und ist nun der größte der drei Anbieter im ME/ISC-Handel – vor X-Press Feeders (ca. 73.500 TEU) und DP World (ca. 70.500 TEU).

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