Göteborgs RoRo-Investitionen zahlen sich aus

Das Gothenburg RoRo Terminal ist eines der wichtigsten Terminals im schwedischen Hafen von Göteburg für rollende Ladung. Von hier aus gibt es regelmäßige Verbindungen für Trailer und andere rollende Einheiten zu wichtigen Frachtknotenpunkten in Großbritannien und Mitteleuropa. Das Frachtspektrum ist vielfältig und reicht von Lebensmitteln, Forstprodukten und Stahl bis hin zu hochwertiger Elektronik sowie Komponenten und Materialien für die Automobil- und Maschinenbauindustrie.
In den letzten drei Jahren wurde das Terminal umfassend weiterentwickelt. Größere, zusammenhängende Terminalflächen, zusätzliche Gleisanlagen, neue Umschlageinrichtungen sowie die verbesserte Kapazität zur Abfertigung größerer Schiffe haben zu einem moderneren, effizienteren und nachhaltigeren Terminalbetrieb beigetragen. Die Verkehrsentwicklung am Terminal war zuletzt deutlich positiv: Im ersten Halbjahr 2026 nahm das Frachtaufkommen, das über die Kaianlagen abgewickelt wurde, um gute 5% zu.
Ein „2.0“-Gefühl
„Das Gothenburg RoRo Terminal hat große Fortschritte gemacht und ist bestens für weiteres Wachstum aufgestellt“, sagt Jacob Minnhagen, Senior Market Development Manager beim Hafen Göteborg. „Die Modernisierung von Kaianlagen, Gleisanschlüssen, Terminalflächen und Ausrüstung hat die Effizienz weiter gesteigert. Durch das hohe Entwicklungstempo vermittelt das gesamte Terminal regelrecht ein ‚2.0‘-Gefühl.“
Diese Investitionen fallen in eine Zeit, in der das Interesse am innereuropäischen Seeverkehr wächst. Geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte und Störungen der globalen Lieferketten veranlassen immer mehr Unternehmen dazu, nach regionalen, verlässlichen Transportlösungen mit häufigen Verbindungen zu den wichtigsten europäischen Frachtknotenpunkten zu suchen.
Auch der Landverkehr in Teilen Europas ist mit Kapazitätsengpässen und wiederkehrenden Störungen konfrontiert. RoRo-Verkehre und die Kurzstreckenschifffahrt (Short Sea Shipping) können stark belastete Transportkorridore an Land entlasten und zu stabileren, nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Logistikprozessen beitragen.
Wachsende Volumina
Die positive Entwicklung des Terminals spiegelt sich auch im Frachtumschlag wider. Im ersten Halbjahr 2026 stieg das über die Kaianlagen abgewickelte Volumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5%. „Wir verfolgen einen gezielten, langfristigen Ansatz, um die Kapazität, Qualität und Effizienz des Terminals weiterzuentwickeln“, so Maria Franksen, CEO von Gothenburg RoRo Terminal. „Das Wachstum des Umschlagvolumens ist ein positives Zeichen dafür, dass sich diese Arbeit auszahlt. Wir werden uns jedoch nicht auf dem Erreichten ausruhen. Wir arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen und passen unsere Betriebsabläufe an, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der schwedischen Industrie gerecht zu werden.“
Beispiele für bereits umgesetzte Ausbaumaßnahmen
1. Ein größeres, effizienteres Terminalgelände
Im Jahr 2024 wurden im äußeren Hafenbereich 144.000 m2 neue Terminalfläche fertiggestellt. Durch diese Erweiterung verfügt das Gothenburg RoRo Terminal nun über ein größeres, zusammenhängendes Areal sowie einen besser zugänglichen Betriebsbereich hinter den Liegeplätzen 712 und 713. Es handelte sich dabei um das größte Erweiterungsprojekt des Hafens seit der Eröffnung des RoRo-Terminals in den späten 1970er Jahren.
2. Intermodales Terminal Arken
Im Jahr 2023 übernahm das Gothenburg RoRo Terminal den Betrieb des intermodalen Terminals Arken, das nun ein integraler Bestandteil der Betriebsabläufe ist. Dadurch kamen 65.000 Quadratmeter Terminalfläche sowie sieben Gleise hinzu, was den direkten Umschlag von Trailern zwischen Zügen und Schiffen ermöglicht.
3. Cross-Docking-Anlage für Stahlprodukte („Stahlzelt“)
Im Jahr 2025 wurde ein Gebäude mit einer Fläche von 11.000 m2 für den Umschlag von Stahlprodukten errichtet. Die Güter treffen per Bahn aus dem Landesinneren ein und werden für den Weitertransport nach Kontinentaleuropa umgeschlagen.
4. Cross-Docking-Anlage für Papierrollen
Im Jahr 2024 investierte das Terminal in eine 6.000 m2 große, überdachte Cross-Docking-Anlage für Forstprodukte.
5. Vertiefung und Verbreiterung der Zufahrtsrinne
Während der Baggerkampagne 2022/2023 wurde die Zufahrtsrinne zu den Kaianlagen des Terminals verbreitert und vertieft. Dies ermöglicht das Anlaufen größerer Schiffe und steigert zudem die Effizienz, da wetter- oder windbedingte Einschränkungen nun teilweise entfallen können.
6. Größere, modernere Schiffe
CLdN und DFDS, die Reedereien mit den häufigsten Anläufen am Terminal, setzen auf ihren Routen von und nach Göteborg inzwischen größere und modernere Schiffe ein.
7. Ausbau des Liegeplatzes 710
Die Arbeiten zur Erweiterung des vorspringenden Kaimauerabschnitts sowie zur Installation einer neuen Rampe wurden 2026 abgeschlossen. Durch diesen Ausbau können nun größere Schiffe den Liegeplatz nutzen; zudem wurde die Kapazität für das Be- und Entladen erhöht.
8. Grüner Wasserstoff für den Schwerlastverkehr
Im Jahr 2024 wurde in unmittelbarer Nähe des Terminals eine Tankstelle für grünen Wasserstoff errichtet. Dort können sowohl wasserstoffbetriebene Lkw als auch Terminalfahrzeuge tanken.
9. Ausbau der östlichen Kaimauer
Auch die östliche Kaimauer des Terminals soll ausgebaut und an die Anforderungen größerer, modernerer Schiffe angepasst werden.

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