Oldendorff wählt deutsche Flagge für zwei Schiffe

Die Reederei Oldendorff Carriers lässt zwei Capesize-Massengutfrachter ihrer Flotte ins deutsche Flaggenregister eintragen – ein derzeit einzigartiger Schritt. Heimathafen der beiden Schiffe ist künftig Hamburg.
Schiffsbesatzung an Bord der „Alice Oldendorff“ mit deutscher Flagge
Die „Alice Oldendorff“ fährt künftig unter deutscher Flagge (© Oldendorff Carriers)

Bei den Schiffen handelt es sich um die jeweils ca. 180.000 tdw fassenden Capesize-Bulker „Alice Oldendorff“ und die „Gina Oldendorff“. Die beiden Schiffe sind nach mehreren Jahren die ersten ihrer Art, die wieder unter deutscher Flagge fahren werden, und derzeit die einzigen in der deutschen Handelsflotte. Wie die Reederei Oldendorff mitteilte, sei die Einflaggung ein Bekenntnis zur Verbundenheit mit Deutschland sowie zum Engagement für den deutschen maritimen Sektor.

Die „Alice Oldendorff“ (181.963 tdw; 93.718 BRZ) ist schon heute in Saldanha Bay, Südafrika, offiziell von der portugiesischen zur deutschen Flagge umgeflaggt worden. Die „Gina Oldendorff“ soll in den kommenden Monaten folgen. Beide Schiffe werden mit Hamburg als Heimathafen registriert.

„Dieser Schritt ist für Oldendorff von besonderer Bedeutung“, heißt es dazu seitens der Reederei. 1921 in Hamburg als Familienunternehmen gegründet, ist Oldendorff heute eine der weltweit größten Reedereien für Massengüter. Dabei habe man stets enge Verbindungen zur deutschen maritimen Branche unterhalten.

„Bedeutendes Bekenntnis zu unseren Wurzeln“

„Deutschland verfügt über eine starke maritime Tradition, tiefgreifende Branchenexpertise und bewährte Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Schifffahrt“, so Peter Bagh, Chief Operating Officer bei Oldendorff Carriers. „Die Verbesserungen bei Service und Unterstützung für Reedereien sowie das Engagement der Behörden, ein konstant hohes Serviceniveau zu gewährleisten, waren ausschlaggebende Faktoren für unsere Entscheidung, diese Schiffe unter die deutsche Flagge zu bringen. Als deutsches Familienunternehmen ist die Entscheidung, zwei unserer größten Massengutfrachter unter deutscher Flagge fahren zu lassen, ein bedeutendes Bekenntnis zu unseren Wurzeln. Gleichzeitig unterstützen wir damit die anhaltende Stärke und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen maritimen Sektors.“

Deutsche Flagge, Bubenzer, Podcast
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Die deutsche Flagge ist international für ihre hohen Standards anerkannt und schneidet bei Bewertungen von Flaggenstaaten regelmäßig sehr gut ab. Ihr regulatorischer Rahmen legt einen starken Fokus auf maritime Sicherheit, Umweltschutz sowie hohe Standards für Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord.

„Mit der Entscheidung, diese Schiffe unter die deutsche Flagge zu bringen, setzt Oldendorff ein starkes Signal des Vertrauens in die deutsche Flagge und den maritimen Standort Deutschland“, sagte Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. „Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren haben wir die deutsche Flagge deutlich attraktiver und nutzerfreundlicher gestaltet sowie Bürokratie spürbar abgebaut. Ich freue mich sehr, dass diese Bemühungen Oldendorff Carriers davon überzeugt haben, unter deutscher Flagge zu fahren, und hoffe, dass viele weitere deutsche Reedereien diesem Beispiel folgen werden.“

Stand September 2026 umfasst die deutsche Handelsflotte 404 Schiffe mit einer Gesamtbruttoraumzahl von rund 8,86 Mio. BRZ. Die beiden Capesize-Bulker „Alice Oldendorff“ und „Gina Oldendorff“ sind – als einzige große Massengutfrachter in der Handelsflotte – eine „bemerkenswerte Ergänzung“, so die Reederei.

Flagge und Sicherheit auf dem HANSA-Forum 2026

Die deutsche Flagge hat nicht zuletzt durch die angespannte Lage auf den Weltmeeren an Bedeutung gewonnen. Das damit verbundene Thema Sicherheit nimmt dieses Jahr daher eine zentrale Rolle auf dem HANSA-Forum am 26. November ein. Neben Keynotes von DNV, der Marine und zur Cybersicherheit erwartet das Publikum auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Schifffahrt im Kielwasser einer angespannten Sicherheitslage“.

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