Mindestens ein toter Seemann: Schlepper kentert bei Arbeit für MSC-Schiff

Beim Schleppversuch an einem manövrierunfähigen MSC-Chef ist der Schlepper „TNS Catcher“ im Hafen von Busan gesunken. Mindestens ein Seemann kam dabei ums Leben.
Der gekenterte Schlepper „TNS Catcher“ (© Korean Coast Guard)

Von den acht Besatzungsmitgliedern des 2007 gebauten Schleppers „TNS Catcher“ werden sechs (fünf Südkoreaner und ein Indonesier) noch vermisst; ein Besatzungsmitglied kam ums Leben, eines wurde gerettet.

Nach Angaben der Küstenwache von Busan (Korea Coast Guard) und Schiffsverfolgungsdaten von Kpler schleppte die von TNS Oceantowing betriebene „TNS Catcher“ zum Zeitpunkt des Vorfalls die unter liberianischer Flagge fahrende „MSC Ikaria VI“, ein Frachter mit 5.576 TEU Kapazität. Das 2002 erbaute Schiff wird auf der „East Africa Express“-Route von MSC eingesetzt.

Daten von Kpler zeigten für die „MSC Ikaria VI“ am Tag des Unfalls den Navigationsstatus „manövrierunfähig“ (Not Under Command) an. Diese Bezeichnung gilt im Allgemeinen für ein Schiff, das sich aufgrund eines technischen Defekts oder anderer Probleme, die die Manövrierfähigkeit beeinträchtigen, nicht wie erforderlich sicher bewegen kann.

AIS-Aufzeichnungen belegen, dass die „MSC Ikaria VI“ am 1. September – dem Tag vor dem Vorfall – den Hafen Busan New Port verlassen hatte. Sie fuhr durch die Gewässer südlich von Busan, bevor sie Kurs nach Osten auf die offene See nahm.

Am 1. September gegen 19:00 Uhr Ortszeit befand sich das Schiff in der Nähe von Busan New Port. Gegen 23:00 Uhr passierte die „MSC Ikaria VI“ die Gewässer südlich von Busan und erreichte bis etwa 03:50 Uhr am 2. September das Seegebiet vor der Ostküste Busans.

Später änderte die „MSC Ikaria VI“ ihren Kurs und fuhr zurück in Richtung Busan. Am 2. September gegen 10:30 Uhr befand sich das Schiff auf Nordkurs in den Gewässern südlich der späteren Unfallstelle. Um 13:28 Uhr hatte es das Gebiet südöstlich von Oryukdo erreicht. Eine Minute später informierte die Besatzung der „MSC Ikaria VI“ die Verkehrszentrale von Busan darüber, dass die „TNS Catcher“ gekentert war. Dieser Ort entspricht weitgehend dem von der Küstenwache Busan angegebenen Unfallort, etwa 9 km südöstlich von Oryukdo.

Der einzige Überlebende ist ein indonesischer Koch; er legte eine Schwimmweste an, kletterte aus dem Schlepper und wartete auf dessen gekentertem Heck, bevor er über eine Strickleiter an Bord der „MSC Ikaria VI“ gelangte. Er gab an, ein Maschinist sei ihm aus dem Schlepper gefolgt, aber ins Meer gestürzt.

Ein südkoreanisches Besatzungsmitglied wurde um 14:14 Uhr bewusstlos im Inneren der „TNS Catcher“ aufgefunden, jedoch im Krankenhaus für tot erklärt.

Die Küstenwache setzt die Suche nach den sechs vermissten Besatzungsmitgliedern fort. Zudem beabsichtigen die Behörden, den Betriebszustand beider Schiffe zum Zeitpunkt des Unfalls zu klären und die genauen Umstände zu ermitteln, die zum Kentern des Schleppers führten.

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