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Die ehemaligen Nordseewerke haben kurz nach dem Neustart als Fosen Yard Emden den ersten Auftrag an Land gezogen. Gebaut wird auch bereits.

Der Auftrag umfasst den Bau von Komponenten für zwei Lachsfarmen mit jeweils 79 m Durchmesser und wurde von Norway Royal Salmon erteilt. Nur wenige Tage nach der offiziellen Unterzeichnung erfolgte heute bereits der Brennstart für die erste der zwei Anlagen, wie Co-Geschäftsführer Carsten Stellamanns der HANSA bestätigte.

Quelle: Fosen

Insgesamt werden 3.000 t Stahl verbaut. Das Projekt wird in Emden und am Standort der Muttergesellschaft in Rissa am Trondheimfjord realisiert. Pro Farm werden zwei sogenannte Halbschalen in Deutschland gefertigt. Sie werden dann auf einem Ponton nach Norwegen gebracht, wo die Endmontage stattfindet.

Das jetzt kontrahierte Projekt ist der erste Auftrag und sichere der Werft in Emden die Beschäftigung für das gesamte Kalenderjahr 2019, heißt es. Die Fertigstellung der zweiten Fischfarm ist für Februar 2020 vorgesehen. Das Auftragsvolumen liegt bei über 30 Mio. €, wovon 20 Mio. € auf den deutschen Standort entfallen. Dem Vernehmen nach übersteigt der Umsatz damit den zusammengenommenen Umsatz der vergangenen Jahre in Emden.

Quelle: Fosen

Fosen hatte nach langen Verhandlungen im März einige Einigung mit dem Insolvenzverwalter erzielt und hatte die ehemalige Nordseewerke übernommen. Aktuell arbeiten 75 Mitarbeiter bei Fosen Yard Emden. Nach Informationen der HANSA wird derzeit eine Aufstockung der Belegschaft geprüft.

An dem insolventen Vorgänger-Unternehmen war Fosen bereits zu 50% beteiligt, jeweils 24,5% lagen bei der Deutschen Industrieanlagen AG (DIAG) und dem Investor Patrick Hennings-Huep. Die Geschäftsführung wird von einer Doppelspitze gebildet, bestehend aus Fosen-CEO Anders Straumsheim und Stellamanns.

Gemeinsam will man eine internationale Schiffbaugruppe aufbauen, die die gesamte Wertschöpfungskette vom Design und Engineering über Stahlbau und Ausrüstung bis hin zur Endlieferung abdeckt. Gerade im Stahlbau war Fosen bislang auf die Zulieferung durch externe Dienstleister angewiesen.

Ein Luftbild der Nordseewerke aus vergangenen Tagen (Foto: Hero Lang)

Erst im Januar hatten die Nordseewerke zum vierten Mal in der Unternehmensgeschichte Insolvenz anmelden müssen. Fosen hatte daraufhin angekündigt, den Betrieb allein fortführen zu wollen. Die Traditionswerft zählte einst zu den größten deutschen Marinewerften mit bis zu 5.000 Beschäftigten. 1974 hatte Thyssen die Werft übernommen und im Jahr 2010 verkauft. Sowohl mit der Herstellung von Windkraftanlagen als auch mit dem Stahlbau rutschten die Nachfolge-Unternehmen jeweils in die Insolvenz. Auch die Rückkehr in den Schiffbau vor zwei Jahren als Nordseewerke Emden Shipyards (NES) scheiterte.