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Die Entscheidung ist gefallen: Mit der Spezifikation für die geplanten Neubauten leitet die Marine die Ersatzbeschaffung für ihre Pannen-Tanker ein.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat über die Details für die neuen Betriebsstofftransporter für die Marine entschieden. Sie sollen deutlich leistungsfähiger als ihre in die Jahre gekommenen und Pannen-trächtigen Vorgänger der sogenannten Rhön-Klasse werden.

Die noch zwei noch einsatzfähigen Tanker »Rhön« und »Spessart« vom Typ 704 wurden in den 1970er Jahren gebaut und haben eine Ladekapazität von rund 11.500 m³. Die neuen Flottentanker dagegen sollen in der Lage sein, 15.000 m³ Kraftstoff zu bunkern.

Mehr Ladung, größere Geschwindigkeit

Neben der größeren Ladekapazität sollen die neue Schiffe auch eine höhere Geschwindigkeit von 20 kn erreichen, um besser mit dem Tempo von Fregatten mithalten zu können. »Rhön« und »Spessart« schaffen nur 16 kn.

Die größeren Neubauten werden 170 m lang bei einer Verdrängung von 20.000 t. Allerdings bleiben sie beim gleichen Tiefgang wie ihre Vorgänger: 8 m. Damit können sie weiter im Marinestützpunkt Wilhelmshaven festmachen, ohne dass der Hafen vertieft werden müsste. Auch die neuen Flottentanker werden eine zivile Besatzung haben. Die Größe der Crew wird jedoch von 42 auf 20 Besatzungsmitglieder sinken.

Ab Januar 2020 installiert das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) eine feste Projektgruppe, um die Beschaffung in den nächsten Jahren zu organisieren. Erst danach werden in der Industrie Angebote für den Bau der Tanker eingeholt – die entscheidenden Kenngrößen sind jetzt bekannt.

Mit den neuen Schiffen will die Marine nach eigenen Angaben sicherstellen, dass Deutschland künftig die Verpflichtungen gegenüber der NATO in der Marinelogistik einhalten kann: Dafür werden ab 2024 insgesamt fünf »Logistics Ships Small« benötigt – neben den drei Einsatzgruppenversorger eben auch die zwei neuen Flottentanker, die dann einsatzbereit sein sollen.

Alte Tanker bereiten Probleme

Die veralteten Tanker »Rhön« und »Spessart« hatten in der jüngeren Vergangenheit für eine ganze Reihe von Negativschlagzeilen gesorgt. Zwischenzeitlich mussten die 1974 gebauten Betriebsstofftransporter sogar in Gänze aus dem Verkehr gezogen und still gelegt werden. Geplante NATO-Einsätze mussten abgesagt werden. Zuletzt waren vier Besatzungsmitglieder beim Absturz eines Rettungsbootes im Hafen verunglückt. Die wieder erteilte Zulassung ist zunächst nur bis Ende 2019 befristet. Die technische Wartung der alten Einheiten kostet mittlerweile rund 20 Mio. € im Jahr.

Ein grundlegendes Problem ist zudem die Bauweise, sprich die Einstufung als Einhüllen-Tanker – auch wenn zumindest ein Teil des Rumpfes doppelwandig ausgelegt ist. »Rhön« und »Spessart« dürfen deswegen in einigen Ländern keine Häfen mehr anlaufen, beispielsweise in den USA.

Tanker-Spezifikationen Rhön-Klasse Typ 707
Länge 130 m 170 m
Breite 19 m 24 m
Tiefgang 8 m 8 m
Geschwindigkeit 16 kn 20 kn
Verdrängung 14.200 t > 20.000 t
Kapazität 11.500 t 15.000 t
Containerstellplätze 2 20
Besatzung 42 ca. 20