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Um über 130% ist der Aktienkurs der Hamburger Reederei seit Anfang dieses Jahres  gestiegen. Marktbeobachter meinen, der Anstieg könnte das Ergebnis eines Kontrollkampfes zwischen den beiden größten Aktionären der Reederei sein.

In den letzten Monaten hatten die beiden größten Aktionäre, Klaus-Michael Kühne und die von der Luksic-Familie kontrollierte CSAV, ihre Anteile an Hapag-Lloyd erhöht. Der Anteil von Kühne Maritime ist von 20,5% Anfang 2018 bis Ende Juni 2019 auf 26,2% gestiegen, während sich der Anteil von CSAV im gleichen Zeitraum von 25,5% auf 27,5% erhöht hat.

Da die Verfügbarkeit der Hapag-Lloyd-Aktie nach dem Rückgang des Streubesitzes auf unter 8% Ende Juni knapp wurde, waren die Kursentwicklungen stärker ausgeprägt und stiegen allein in den letzten zwei Wochen um 36%. Dies sei in dieser Konstellation ein ganz normaler Vorgang am Aktienmarkt, erklärte ein Sprecher der Reederei im Gespräch mit der HANSA.

Andere spüren nachlassende Dynamik, Hapag-Lloyd legt zu

Die Erhöhung der Anteile der beiden Aktionäre hatte zu einem Rückgang des Streubesitzes von 15,4% auf nur 7,7% geführt, was am 20. Juni 2019 zur Streichung von Hapag-Lloyd aus dem deutschen SDAX führte, da die Reederei unter die erforderliche Schwelle von 10% fiel. Der Nachfrage nach den Aktien der Reederei tat das aber keinen Abbruch, berichtet der Branchendienst Alphaliner.

Obwohl Hapag-Lloyd Alphaliner zufolge einigen im Markt als potenzieller Fusionskandidat mit dem THE Alliance-Partner ONE galt, bewerten die Analysten es als »unwahrscheinlich, dass dieses Ergebnis kurzfristig eintreten wird«. Auch wenn Hapag-Lloyd in den letzten vier Quartalen ein positives Nettoergebnis erzielt habe, bleibe der Kursschub »rätselhaft«. »Die nachlassende Dynamik der Ertragserholung in der Linienschifffahrt und das insgesamt geringere Wachstum des Welthandelsvolumens haben sich auf die Aktienkurse der Containerreedereien ausgewirkt, was die Erklärung der jüngsten Kurssteigerungen von Hapag-Lloyd noch schwieriger macht«, meint Alphaliner.