Foto: Hapag-Lloyd
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Einige Jahre nach der letzten Neubau-Order plant Deutschlands größte Linienreederei Hapag-Lloyd nun den Einstieg in neue Sphären: 23.000-TEU-Frachter sollen bestellt werden.

Immer wieder hatte CEO Rolf Habben Jansen in den vergangenen Jahren betont, dass man nach den Fusionen mit CSAV und UASC mit der nächsten Neubau-Initiative noch abwarte, langfristig ausgeschlossen hat er Bestellungen von Schiffen über 20.000 TEU jedoch nie.

Nun rückt der Schritt näher. Offiziell gibt es aktuell keine Bestellung zu vermelden, heißt es aus der Reederei. Das wäre aufgrund der Börsennotierung ohnehin meldungspflichtig. »Wir überprüfen regelmäßig die Zusammensetzung unserer Flotte und die genutzte Technologie«, sagt ein Sprecher auf Anfrage.

Neubauten, The »MOL Triumph« and its three sister vessels have a capacity for 20,150 TEU
Einst das größte Schiff der Welt, vom heutigen ONE-Mitglied MOL: Die »MOL Triumph« mit Platz für 20.150 TEU. (Foto: Samsung Heavy Industries)

Wie die HANSA jetzt aus sehr gut informierten Kreisen erfahren hat, sind Hapag-Lloyd und die japanischen Allianzpartner von ONE – der Zusammenschluss der Containergeschäfte von MOL, NYK und K Line – aber schon einen Schritt weiter. So haben die Carrier weltweit Werften angefragt. Es geht um den Bau von zwei mal sechs Schiffen mit 23.000 TEU Kapazität. Damit würde man in Regionen des aktuell größten Containerschiffs der Welt »MSC Gülsün« vorstoßen, das kürzlich in Dienst gestellt worden war.

Bei Hapag-Lloyd gibt es mittlerweile grundsätzliches Interesse an solchen Schiffen, vor allem für den Asien-Verkehr. Nach Informationen der HANSA ist es aber unwahrscheinlich, dass es noch in diesem Jahr zu einer Entscheidung kommt, zunächst will man Aspekte wie Lieferzeiten oder Baupreise klären. Umso wahrscheinlicher ist es, dass bei der Antriebstechnologie auf LNG gesetzt wird, wie es etwa auch bei der französischen Konkurrenz von CMA CGM der Fall ist.

Aktuell liegt Hapag-Lloyd auf Rang 5 im Weltmarkt, mit 1,69 Mio. TEU Kapazität auf 234 Schiffen und einem Marktanteil von 7,3%. ONE folgt nach Daten des Branchendiensts Alphaliner auf Platz 6 mit 1,57 Mio. TEU und 215 Frachtern (6,7%). Direkt vor den Hamburgern rangiert CMA CGM mit 2,73 Mio. TEU mit 522 Schiffen. Der Marktanteil der Franzosen beträgt 11,8%.

Die größten Frachter

Alphaliner berichtet in seinem jüngsten Report von der »MSC Mina«, die it 23.656 TEU sogar noch etwas größer als die »MSC Gülsün« sei, deren Kapazität mit 22.960 TEU angegeben wird – »nach konservativer Schätzung«.

In der Rangliste der weltgrößten Containerschiffe folgen demnach: