MPP-Terminal-Betreiber Zuidnatie expandiert in Antwerpen

Zuidnatie hat eine 40.000 m2 große Konzessionsfläche übernommen, die zuvor vom Rohstoffhändler Somex betrieben wurde. „Diese Investition verschafft dem Unternehmen zusätzliche operative Kapazitäten und unterstützt das weitere Wachstum von Zuidnatie“, heißt es heute in einem Statement.
Das Gelände liegt gegenüber dem bestehenden „South Terminal“ von Zuidnatie. Das inhabergeführte Familienunternehmen plant den Beginn der nötigen Bauarbeiten für die Erweiterung für den 1. Januar 2027. Zunächst soll der neue Standort zusätzliche Kapazitäten für Aktivitäten bieten, die derzeit am bestehenden South Terminal abgewickelt werden – dieses hat seine Kapazitätsgrenze bereits fast erreicht.

Der Betrieb konzentriert sich den Angaben zufolge zunächst auf logistische Aktivitäten abseits der Kaikante, darunter der Umschlag und die Lagerung von Containern. „Diese Erweiterung verschafft uns den nötigen Raum, um weiter zu wachsen und unsere aktuellen sowie künftigen Kunden noch besser zu bedienen“, sagt Stéphanie Feys, Geschäftsführerin von Zuidnatie. „Mit Blick auf die Zukunft planen wir, am neuen Standort in mehrere hochmoderne Lagerhallen zu investieren.“
Zuidnatie sieht sich prinzipiell im Terminal-Wettbewerb gut aufgestellt. Im vergangenen Jahr wurden rund 2,2 Mio. t Stückgut umgeschlagen. Diverse Liniendienste von MPP-Reedereien werden hier bedient, unter anderem gehören die Carrier MACS, AAL, Chipolbrok oder BOCS zur Kundenliste. Auch große 60.000-Tonner können abgefertigt werden – zum Hauptgeschäft von Zuidnatie gehört diese Schiffsklasse aber nicht.
„Natürlich ist Diversifizierung heutzutage sehr wichtig. Man muss also wachsam sein und stets ein offenes Ohr für die aktuellen Entwicklungen haben. Unser Kerngeschäft sind jedoch die Liniendienste; darauf sind wir sehr stolz, denn es handelt sich durchweg um langjährige Kunden“, sagt CCO Marc van Aken im Gespräch mit der HANSA.
Zuidnatie betreibt in Antwerpen zwei Mehrzweckterminals und ein Containerterminal; mit einer Kaimauerlänge von insgesamt mehr als 3,2 km. Das Stückgutterminal verfügt über 1,7 km, das andere Mehrzweckterminal über 1,3 km. Das wichtigste Ladungssegment ist Stahl. Aber auch Komponenten für Windkraftanlagen werden umgeschlagen. „Bei den Rotorblättern ist es anspruchsvoll, da sie enorme Längen aufweisen; die Lagerung auf einem Stückgutterminal für Hochseeschiffe ist nicht ganz einfach, weil man dafür sehr viel Platz benötigt. Aber wir können das bewältigen und haben das auch schon getan“, sagt der CCO.
Zu den größten Herausforderungen zählt er neben Zöllen und geopolitischen Verwerfungen vor allem den Fachkräftemangel: „In unserer Branche ist Erfahrung entscheidend, denn jeder Tag ist anders. An einem Tag schlägt man Schwergut um, am nächsten Tag geht es um Überlängen – und all das erfordert unterschiedliche Handhabungsmethoden. Dafür braucht man hochqualifiziertes Personal. Deshalb bilden wir viele junge Leute aus.“
Seit einiger Zeit ist Zuidnatie auf Wachstumskurs in Antwerpen. Letztes Jahr wurden zwei Lagerhallen erworben, in die Züge direkt einfahren können. „So können wir jederzeit auch nässeempfindliche Ladung löschen“, sagt van Aken. Zudem wurde eine neue Halle für das Zuschneiden von Stahlcoils gebaut. „Wir glauben fest an die Bedeutung von Mehrwertdiensten. Es geht nicht nur um die Schiffsabfertigung.“
Einerseits prüfe man zwar ständig, wo weiteres Wachstum möglich ist. Einer internationalen Expansion erteilt der Manager aber eine Absage: „Wir konzentrieren uns dabei auf den Standort Antwerpen und optimieren unsere Abläufe, wo immer es möglich ist. Wir wurden oft gefragt, ob wir auch im Ausland tätig werden wollen, aber wir bleiben in Antwerpen. Wir sind zufrieden mit dem, was wir tun, und bemühen uns, den bestmöglichen Service zu bieten.“
Die Hinterlandanbindung erfolgt derzeit aber vor allem über die Straße. „Leider“, wie der CCO betont, denn für den Verkehr an Land sei das ungünstig. „Der Schienentransport ist zwar möglich, wird aber – ehrlich gesagt – noch zu wenig genutzt. Und dann gibt es natürlich noch die Binnenschiffe, die mit Niedrigwasserständen zu kämpfen haben – ein Thema, das in Deutschland gerade wieder aktuell wird.“ Deutschland sei einer der wichtigsten Hinterlandmärkte für den Hafen.
Der CCO findet, im Bereich Schienenverkehr ist noch viel mehr möglich. Deutschland und Belgien – ebenso wie Frankreich und die Niederlande – seien zwar hervorragend per Bahn vernetzt, „doch das Potenzial wird dennoch nicht ausreichend genutzt.“
Auch Massengüter werden bei Zuidnatie abgewickelt, allerdings nicht zwingend von Land aus: „Der Großteil unserer Massengutabwicklung erfolgt direkt vom Binnenschiff aufs Seeschiff oder umgekehrt. Wir verfügen über Greifer und spezielle Kräne für Massengut, sodass wir diese Arbeiten durchführen können.“

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