Huthi nehmen Insel im Roten Meer ein

Die jemenitische Huthi-Miliz hat die Insel Mayyun in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Laut einer Einschätzung des VDR verschärfen die Gebietsgewinne die Sicherheitslage im Roten Meer noch weiter.
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Satellitenaufnahme des Roten Meeres mit Suezkanal, Nil-Delta und Arabischer Halbinsel (© Pixabay)

Über Monate waren die mit dem Iran verbündeten Huthi weitestgehend inaktiv. In den letzten Wochen jedoch haben sich die Ereignisse überschlagen: Die Miliz hat Angriffe auf Saudi-Arabien durchgeführt und auch wieder damit begonnen, Handelsschiffe im Roten Meer zu attackieren. Ein besonders gefährlicher Vorstoß gelang den Huthi nun mit der Einnahme der Insel Mayyun, auch Perim genannt. Die kleine Insel liegt im Süden des Roten Meeres in der Meerenge Bab al-Mandab. Wie die Tagesschau berichtet, kontrolliert die Miliz damit nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen.

Für die Schifffahrt verschärft sich die ohnehin angespannte Lage in der Region damit noch weiter. Schiffe, die weiterhin die Route über die Meerenge wählen, sind erheblichem Risiko ausgesetzt, während für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, eine Rückkehr auf die kürzeren Handelswege in noch weitere Ferne rückt.

Martin Kröger, Geschäftsführer Verband Deutscher Reeder
Martin Kröger, Geschäftsführer Verband Deutscher Reeder (© VDR)

Das Rote Meer und der Suezkanal verbinden Asien und Europa auf dem kürzesten, ganzjährig passierbaren Seeweg. Neben Öl und anderen Energieträgern werden über diese Route unter anderem auch Elektronik, Lebensmitteln und Medikamente transportiert. „Die Sicherheit dieses Seewegs ist für die Versorgung Deutschlands und Europas von enormer Bedeutung“, sagte Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR).

Welche Bedrohung die Huthi für die Schifffahrt darstellen, hat sich in den letzten Jahren mehrfach gezeigt. Die Miliz griff mehrere Handelsschiffe an und versenkte einige von ihnen. Daher nehmen viele Reedereien den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf. Dadurch können sich die Fahrtzeiten um bis zu zwei Wochen verlängern – verbunden mit höheren Kosten, zusätzlichem Treibstoffverbrauch und mehr CO₂-Emissionen.

Wie der VDR erklärte, drohe nach der Straße von Hormus eine weitere Eskalation an einem für Europa wichtigen Nadelöhr. Störungen am Bab al-Mandab können Lieferungen verzögern, wichtige Waren und Vorprodukte verknappen und die Preise erhöhen. Das trifft nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Alltag aller Europäer. Handelsschiffe und ihre Besatzungen dürfen laut nicht zur Geisel geopolitischer Konflikte werden. „Die Freiheit der Seeschifffahrt ist nicht verhandelbar: Wer den Bab al-Mandab bedroht, greift eine Lebensader des Welthandels an“, so Kröger.

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