„Poseidon Principles“ nehmen Versicherer auf – PPMI aufgelöst

Die „Poseidon Principles“ für maritime Versicherer gibt es nicht mehr. Eine kleine Anzahl an Mitgliedern kommt nun unter das Dach der entsprechenden Schiffsfinanzierer-Gruppe.
Poseidon Statue, Poseidon Principles
© Pixabay

Die Poseidon Principles, deren Unterzeichner fast drei Viertel der weltweiten Schiffsfinanzierungen repräsentieren, haben ihren Kreis der assoziierten Mitglieder um Seeversicherer erweitert, heißt es in einem Statement. Zum Hintergrund gehört, dass die „Poseidon Principles for Marine Insurance“ (PPMI) ihre Tätigkeit als eigenständige Einheit gestern offiziell eingestellt hat.

Ziel sei es, den Finanzdienstleistungssektor auf einer einheitlichen Plattform zu vereinen, um die Dekarbonisierungsbemühungen der Schifffahrt zu stärken.

„Die Aufnahme von Seeversicherern als assoziierte Mitglieder knüpft direkt an die Erweiterung der Mitgliedschaft an, die wir Ende letzten Jahres eingeführt haben. Sie festigt die Position der Poseidon Principles als führender Standardsetzer in den Bereichen Schiffsfinanzierung und -versicherung weiter“, sagte Paul Taylor, Global Head of Maritime Industries bei der Société Générale und Vorsitzender der Poseidon Principles. „Finanzinstitute und Versicherer spielen bei der Unterstützung der Dekarbonisierung der Schifffahrt komplementäre Rollen; die Bündelung unserer Kräfte stärkt unsere gemeinsame Fähigkeit, diesen Wandel voranzutreiben.“

Seit ihrer Gründung im Jahr 2019 war die Mitgliedschaft bei den Poseidon Principles ursprünglich auf Finanzinstitute beschränkt, die besicherte Kreditprodukte für Schiffe im Geltungsbereich der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) anboten. Im Jahr 2021 erkannten führende Seeversicherer die Chance, die Dekarbonisierungsziele der Branche zu unterstützen, und riefen gemeinsam die „Poseidon Principles for Marine Insurance“ (PPMI) ins Leben. Bislang agierten die beiden Initiativen als eigenständige, aber eng miteinander abgestimmte gemeinnützige Vereinigungen; sie nutzten ähnliche Dekarbonisierungspfade sowie Berechnungsmethoden und griffen für Verwaltungsaufgaben auf das Global Maritime Forum zurück.

Im Dezember 2025 erweiterten die Poseidon Principles ihren Mitgliedschaftsrahmen und führten eine neue Kategorie für assoziierte Mitglieder ein, die es Hedgefonds, Private-Equity-Gesellschaften und anderen an der Schiffsfinanzierung beteiligten Institutionen ermöglichte, sich an der Initiative zu beteiligen.

„Seit ihrer Gründung im Jahr 2021 haben die PPMI eine starke Erfolgsbilanz sowie eine Methodik entwickelt, die speziell auf die Rolle der Versicherungsbranche bei der Dekarbonisierung der Schifffahrt zugeschnitten ist“, sagte Patrizia Kern-Ferretti, Chief Insurance Officer bei Breeze und ehemalige Vorsitzende der Poseidon Principles for Marine Insurance. „Die Integration der PPMI in die Poseidon Principles ist ein logischer nächster Schritt, um die Wirkung beider Initiativen zu stärken. Dabei wird die auf der Versicherungsseite gewonnene Expertise mit der von Finanzinstituten auf der Kreditseite zusammengeführt – ein Ansatz, der angesichts der aktuellen Situation der Schifffahrtsbranche von besonderem Wert ist.“

Wie aus der Branche zu hören ist, gehört zum Hintergrund des Schritts aber auch, dass das Interesse aus der Versicherungsbranche an den Poseidon Principles zumindest nicht mehr zugenommen hat. Zwischenzeitlich gab es eine zweistellige Zahl von Mitgliedern. Im Zuge der Integration treten nun zunächst aber nur fünf Versicherungsakteure bei: Cosco Shipping Captive Insurance, CTX Special Risks, Gard AS, Norwegian Hull Club und Willis.

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