BBC-Chef Ulrichs: „Unfassbares Commitment der Reeder-Familie Briese“

Der MPP-Weltmarktführer BBC Chartering aus Leer bastelt derzeit kräftig an der Modernisierung der Flotte. Insgesamt kamen und kommen über 50 Schiffe für mehr als eine Milliarde Euro dazu. Weitere Neubauten sind möglich, ebenso ein Ausbau der Bulk-Aktivitäten, sagt CEO Ulrich Ulrichs gegenüber der HANSA.
Ulrich Ulrichs, CEO von BBC Chartering aus der Leeraner Schifffahrtsgruppe Briese, zu Gast beim HANSA Podcast (© Wygand/HANSA)
Ulrich Ulrichs, CEO von BBC Chartering aus der Leeraner Schifffahrtsgruppe Briese, zu Gast beim HANSA Podcast (© Wygand/HANSA)

Ulrichs spricht in der neuen Episode des HANSA PODCASTs exklusiv über seinen Blick auf die Entwicklung und „die DNA“ der ostfriesischen Schifffahrtsgruppe, Schiffstypen und -größen, geopolitische Folgen für die MPP-Schifffahrt, die wachsende Bulker-Aktivitäten aus dem Büro in Hamburg und das „Commitment“ der Eigner-Familie Briese.

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„Wir fühlen uns stark und die Märkte haben sich in den letzten fünf Jahren gut entwickelt“, sagt der CEO und betont, dass Briese und BBC viel in die Zukunft der Gruppe und in Assets – sprich vor allem Schiffe – investiert haben. Wenn die letzten Neubauten der „Lakermax“-Serie abgeliefert sind, werden es allein von diesem Typ 21 Schiffe sein. Insgesamt sind in den letzten Jahren 40 Schiffe neu in die Flotte gekommen, zwölf weitere sind im Zulauf.

Ulrichs geht im Gespräch darauf ein, wie die Altersstruktur jetzt ist und ob ein weiterer Flotten-Ausbau oder eine Flotten-Modernisierung geplant sind. „Wir haben mit dem Lakermax ein bestimmtes Segment bedient. Jetzt reden wir über die künftige Struktur der Flotte“, sagt er und spricht über die Vor- und Nachteile kleinerer oder größerer Schiffe.

Weitere Aufträge sind jedenfalls durchaus denkbar. Man denkt über den „Schiffstyp der Zukunft“ nach. „Wir wollen so flexibel sein wie möglich“, so der Manager, der in seiner Vita Stationen unter anderem bei der Rickmers-Linie und Zeaborn stehen hat. Er geht darauf ein, wie ein potenzielles „neues Arbeitspferd“ der Branche aussehen könnte, nachdem viele der E/F-Typen langsam an ihr Lebensende kommt.

Man müsse bei allen Plänen derzeit aber bedenken, dass man mit Container- und Bulk-Reedereien konkurriere, Werftslots und nicht zuletzt Hauptmaschinen knapp seien: „Das ist mitunter schwierig und wir wollen natürlich auf Werfen bauen, die entsprechende Qualität liefern.“

BBC Chartering will Bulker-Geschäft ausbauen

Der Anteil der Charterschiffe ist zuletzt etwas geschrumpft, weil einige Third-Party-Owner nicht so viel neue Schiffe bestellt und ältere Einheiten verkauft haben. Dieser Trend könnte sich fortsetzen, sagt der BBC-Chef und spricht über Hintergründe der Entwicklung. Er erläutert zudem, wie er und BBC Chartering zum Geschäft mit Schiffen der 60.000-tdw-Klasse stehen, in das zuletzt mehrere Carrier investiert haben.

Das Gespräch dreht sich auch um mögliche Allianzen in der MPP-Schifffahrt, wie sie immer mal wieder entstehen und wieder aufgelöst werden. BBC hält sich diesbezüglich traditionell eher zurück. Der CEO spricht über seine Sicht auf die Dinge und ob sich diese Sicht in den letzten Jahren geändert hat.

Hinter dem Carrier BBC Chartering steht seit Beginn an die Leeraner Reedereifamilie Briese – mittlerweile in zweiter Generation geführt von Wilke Briese. Ulrich Ulrichs berichtet von großen Investitionen für über eine Milliarde Euro: „Das ist ein unfassbares Commitment der Familie. Gerade mit meiner beruflichen Historie weiß ich das sehr zu schätzen.“ Ein wichtiges Thema ist für ihn der kurze Draht zum hauseigenen technischen Management und den Bulker- und Shortsea-Aktivitäten der Briese-Gruppe, so der BBC-Chef mit Blick auf die verschiedenen Aktivitäten der Gruppe.

In all den Überlegungen spielen der „Kern“ und die „DNA“ der Leeraner Schifffahrtsgruppe eine sehr gewichtige Rolle. Zu diesem Kern gehörten Bulker lange Zeit zwar nicht wirklich, oder nur am Rande. Nun aber wächst die Flotte sowie das Geschäft mit Massengutfrachtern, das BBC von Hamburg aus steuert – und zwar mit Charterschiffen, aber auch eigenen und neuen Frachtern. Und zwar nicht zuletzt auf Initiative von Wilke Briese. „Das Bulk-Geschäft entwickelt sich sehr gut und es ist ein Geschäft, das wir definitiv weiter machen wollen“, sagt Ulrichs und erläutert die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit, begründet die Lage und ruft Bulker-Akteure zu einer Kontaktaufnahme auf.

Hören Sie hier die komplette Episode. Ulrich Ulrichs spricht darin unter anderem über:

  • Muskel-Emojis
  • Die Flottengröße und das Flottenalter
  • Die große Lakermax-Serie (und „Faker-Max“ im Markt) und Ideen für kleinere (und größere Schiffe)
  • Die Arbeit mit Charter-Reedern und die Flottenmodernisierung
  • Konservativere Flottenplanung und -finanzierung durch Banken
  • Die Ladungen „KI“, Data Center und Transformatoren
  • Die Straße von Hormus, das Rote Meer und (mehr) Aktivitäten in Afrika
  • Noch immer im Persischen Golf festsitzende BBC-Schiffe
  • Kontrakte, Spot-Ladungen & „Ambulance Service“
  • Das Commitment der Familie Briese als Eigner der Schifffahrtsgruppe und …
  • … Unterschiede zu seinen vorherigen Beschäftigungen
  • Umweltregulierung
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© HANSA

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