BSH-Chef Heegewaldt: „Absolute Sicherheit auf See gibt es nicht“

Schattenflotte, Cyberrisiken, Offshore-Ausbau und neue BSH-Schiffe: Behördenchef Heegewaldt erklärt im HANSA-Podcast, warum maritime Sicherheit stärker in den Fokus rückt – und Deutschland meeresbewusster werden muss.
Ein mann der Chef beim BSH ist
Seit 2023 Präsident des BSH: Helge Heegewaldt (© Westerkamp)

BSH-Präsident Helge Heegewaldt warnt im neuen HANSA-Podcast vor den Risiken der Schattenflotte in der Ostsee. „Die Gefahr ist real – insbesondere für Umwelt und Küste“, so der Behörden-Chef. Viele dieser Schiffe seien alt, hätten unklare Besitzstrukturen und erfüllten teils nicht mehr die Standards, die deutsche Reeder akzeptieren würden. Rechtlich sei der Umgang schwierig, weil Schiffe die Ausschließliche Wirtschaftszone grundsätzlich passieren dürften.

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Das Thema zeigt, wie stark sich die Lage auf Nord- und Ostsee verändert hat. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sei zwar eine zivile Behörde, Sicherheitsthemen seien aber deutlich stärker in den Fokus gerückt. Dazu zählen der Schutz von Offshore-Infrastruktur, Datenkabeln und Energieanlagen ebenso wie die Zusammenarbeit mit Marine, Bundespolizei und weiteren Sicherheitsbehörden.

Auch Cyberangriffe auf maritime Energieinfrastruktur beschäftigen das BSH. Der Jurist verweist auf eine deutlich verschärfte Bedrohungslage, geht auf zentrale Risikofaktoren ein und erläutert, mit welchen Sicherheitsbehörden das BSH zusammenarbeitet.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die eigene Flotte des BSH. Mit zwei Neubauten will die zentrale maritime Behörde ältere Einheiten ersetzen. Warum die neuen Schiffe der BSH-Flotte nicht auf einer deutschen Werft gebaut werden, sondern in Spanien, erklärt Heegewaldt im Gespräch mit einem klaren Kostenvergleich.

Auch Cyberangriffe auf maritime Energieinfrastruktur beschäftigen das BSH. Der Jurist verweist auf eine deutlich verschärfte Bedrohungslage. Absolute Sicherheit werde es nicht geben. Entscheidend sei, „vor die Welle“ zu kommen und mögliche Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen. Das BSH lasse sich dabei unter anderem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Marine und weiteren Sicherheitsbehörden beraten.

Auch die deutsche Flagge kommt zur Sprache. Heegewaldt wirbt für eine moderne, serviceorientierte Flaggenstaatsverwaltung. Die Verfahren seien bereits vereinfacht worden, Zuständigkeiten würden stärker gebündelt. Aus mehreren Einflaggungsanträgen sei ein einziger geworden, zudem gebe es mit deutsche-flagge.de eine zentrale Anlaufstelle. „Wir haben das sehr entbürokratisiert“, sagt Heegewaldt.

Hören Sie hier die komplette Episode. Helge Heegewaldt spricht unter anderem über:

  • Die Rolle des BSH zwischen Schifffahrt, Umwelt, Forschung und Sicherheit
  • Offshore-Windparks als kritische Infrastruktur
  • Cyberangriffe auf maritime Energieanlagen
  • die Risiken durch die Schattenflotte in der Ostsee
  • neue BSH-Schiffe und alternative Antriebe
  • mehr maritimes Bewusstsein in Deutschland
BSH-Präsident Helge Heegewaldt (© Wroblewski)

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