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Der russische Gaskonzern Novatek und das belgischer Energieversorger Fluxys haben ein Gemeinschaftsunternehmen für den Bau eines LNG-Terminals in  gegründet. Mit dem Rostocker Hafen wurde bereits ein Pachtvertrag unterzeichnet.

Das Konsortium will nach eigenen Angaben ein mittelgroßes Terminal mit einer Kapazität für jährlich 300.000 t »planen, bauen, finanzieren und betreiben«, teilten die beiden Unternehmen in Moskau mit. Zielkunden des Terminals sind Kreuzfahrtschiffe sowie andere Seeschiffe im Rostocker Hafen, Industrieunternehmen bis nach Polen sowie der deutsche LNG-Kraftstoffmarkt im Lkw-Sektor, heißt es.

Das verflüssigte Erdgas soll aus der russischen Anlage, die Novatek derzeit im Hafen von Vysotsk in der Nähe von Sankt-Petersburg errichtet, per Tanker nach Rostock transportiert werden. Der LNG-Terminal werde auch das Betanken von Bunkerschiffen ermöglichen.

»Eine unserer strategischen Initiativen im Bereich LNG besteht darin, kleine bis mittlere Projekte zu entwickeln, um Nischenmärkte und neue Kundensegmente zu erschließen«, erklärte Leonid Mikhelson, Vorstandsvorsitzender von Novatek. Mit Hilfe des neuen Terminals in Rostock könne LNG gezielt als alternativer Schiffskraftstoff anstelle von Diesel und Schweröl vermarktet werden.

Gas kommt aus Sibirien

Das Gas stammt aus Quellen in Sibirien und soll per Pipeline an die Ostsee transportiert, dort verflüssigt und mit Schiffen nach Rostock transportiert werden. »Wir rechnen mit ein bis zwei Schiffen pro Monat«, heißt es. Die ersten Anläufe könnten ab 2022 erfolgen.

Das Privatunternehmen Novatek ist der zweitgrößte Gaskonzern Russlands und die Nr. 1 bei Flüssiggas. Das Unternehmen betreibt zusammen mit weiteren Konzernen ein LNG-Terminal auf der sibirischen Halbinsel Jamal. Es war im Dezember vom russischen Präsidenten Wladimir Putin eingeweiht worden. Russland will zum weltweit größten LNG-Exporteur aufsteigen und Katar überholen.

Was wird aus Brunsbüttel?

In Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) wird derzeit ein ähnliches Projekt geplant, das mit einer finanziellen Unterstützung des Bundes rechnen kann. Das Investorenkonsortium »German LNG Terminal« wurde vom staatlichen Versorger Gasunie und dem Tankterminalbetreiber Vopak (beide Niederlande) zusammen mit dem Hamburger Tanklager-Unternehmen Oiltanking gegründet. 2019 soll eine endgültige Investitionsentscheidung fallen. Sollte das Terminal gebaut werden, würde es Ende 2022 in Betrieb gehen.