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Ob bald das erste deutsche LNG-Importterminal realisiert wird, scheint keine Frage mehr zu sein. Doch welcher Standort macht das Rennen? Die Wilhelmshavener erwarten demnächst Besuch aus Katar.

Niedersachsens Landesregierung wirbt beim Bund um die Förderung für ein oder zwei Terminals für Flüssiggas (LNG), Stade und Wilhelmshaven. Schleswig-Holstein favorisiert Brunsbüttel und auch Rostock beteiligt sich jetzt auch am Wettbewerb für ein small scale-Terminal.

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Quelle: HANSA

»Zwischenzeitlich wird in den Medien von einem LNG Wettlauf gesprochen und damit der Eindruck vermittelt, dass bezüglich der Festlegung eines Standortes für ein erstes LNG-Terminal in Deutschland alles geklärt sei«, so John H. Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV). »Dem ist nicht so, denn die einzelnen Hafenstandorte, die den Hut in den Ring geworfen haben, sind nach wie vor dabei, die politischen Entscheidungsträger und etwaige Investoren von der Bedeutung ihres Hafens zu überzeugen.«

Die Wilhelmshavener sehen ihren Standort als den am besten geeigneten an, inbesondere was den Plaz für ein Terminal jeglicher Größe und die nautischen Bedingungen angeht. In Wilhelmshaven werde seit 1972 geplant. Seit der Veröffentlichung der von der WHV zusammen mit Mariko in Leer, der Oldenburgischen IHK und dem Maritimen Strategierat Weser- Ems in Auftrag gegebenen Potenzialanalyse »LNG-Infrastruktur an der deutschen Nordseeküste unter Betrachtung besonders geeigneter Standorte» sei die Planung wieder intensiviert worden.

Mehr als einen Standort denkbar

Dass es mehr als einen Standort in Deutschland geben könnte, schließt Niemann aber nicht aus. Der Gasbedarf der Bundesrepublik und auch der benachbarten Staaten wie z.B. Österreich sei hoch und werde in den nächsten Jahrzehnten sehr bedeutend bleiben. Durch die stark rückläufige heimische und niederländische Gasproduktion entstehe eine Versorgungslücke, die zum einen natürlich auch mit Pipelinegas gefüllt werden könnte, »aber eben auch genauso gut – wenn wirtschaftlich – mit LNG«.

John H. Niemann
John H. Niemann (Foto: WHV)

»In einiger Zeit wird es sinnvoll sein, ein oder zwei LNG-Small-Scale-Terminals an der Nord- und Ostsee zu realisieren, um den Schiffstransportmarkt und auch den Schwerlastverkehr sowie eine weitere Hinterlandversorgung zu gewährleisten. Diese Terminals werden dann von einem deutschen Large-Scale-Import LNG-Terminal versorgt, das dann in Wilhelmshaven an der Nordseeküste realisiert wird und nicht von Terminals im benachbarten Ausland«, so der WHV-Präsident.

»Wilhelmshaven ist vorne dabei. Die politischen Entscheider in Niedersachsen reden zurzeit intensiv mit dem Bund. Wir waren und sind als Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung im Rahmen unserer Möglichkeiten zusammen mit den anderen Teilnehmern unsere LNG-Arbeitsgruppe daran beteiligt. Ein hochrangiger Vertreter aus Katar wird in Kürze zu einem Gegenbesuch hier eintreffen, um intensiv über Investitionsmöglichkeiten informiert zu werden«, berichtet Niemann vom Stand der Dinge.

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