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Auch wenn der juristische Streit noch lange nicht zu Ende sein dürfte: Für die »Gorch Fock« soll es morgen (Freitag) wieder ins Wasser gehen. Das bestätigte jetzt die Elsflether Werft.

Das deutsche Segelschulschiff, um dessen Modernisierung sich seit einiger Zeit Skandale und Klagen drehen,  werde »planmäßig ausgedockt«, teilte die Werft mit. Aus dem Verteidigungsministerium heißt es, das man sich mit den beteiligten Werften, also auch der Bredo-Werft als Unterauftragnehmerin, geeinigt habe.

Das Schiff ist den Angaben zufolge schwimmfähig und schiffbaulich abgenommen. Die Seetauglichkeit soll durch den morgen anstehenden Krängungstest nachgewiesen werden. Dieser ist Voraussetzung für die Schleppfähigkeit sowie gemäß der Verpflichtungserklärung für eine Entscheidung über die Fortsetzung des Instandsetzungsauftrages.

Axel Birk, neuer Vorstand der insolventen Elsflether Werft, sagte: »Der nächste Meilenstein nach dem Ausdocken wird die Herstellung der Hochseetauglichkeit sein, damit das Segelschulschiff im September 2020 in die Erprobung gehen kann.« Aufsichtsratschef Pieter Wasmuth ergänzte: »Wir freuen uns, dass zwischen allen Beteiligten ein Konsens gefunden wurde. Nun setzen wir alles daran, den Auftrag zur Fertigstellung der Gorch Fock zu erhalten.«

Die Bredo-Werft hatte die »Gorch Fock« zuvor als Pfand genommen, um die Bezahlung von offenen Forderungen in Höhe von mehr als 5 Mio. € zu erreichen. Das Landgericht hatte der Werft am Dienstag Recht gegeben. Mit dem Einspruch am Oberlandesgericht als nächst höherer Instanz ging das Bundesverteidigungsministerium als Auftraggeber der Sanierung gegen die Entscheidung vor.

Das Segelschulschiff liegt seit drei Jahren im Dock der Bredo-Werft, die Unterauftragnehmer der Elsflether Werft ist. Der Test zur Schwimmfähigkeit des Rumpfes soll Aufschluss darüber geben, ob die Sanierung fortgesetzt wird. Die Kosten waren von ursprünglich 10 Mio. € auf mittlerweile 135 Mio. € geradezu explodiert, rund 70 Mio. € wurden von Berlin bereits bezahlt.