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Zum 70. Mal macht das deutsche Forschungsschiff bald bei der Lloyd Werft fest. In Bremerhaven stehen Wartungsarbeiten und die Vorbereitung für die nächste Eisfahrt auf der Agenda.

Das Schiff des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) war Ende 1982 zum ersten Mal Gast bei der Werft. Am Samstag ist es wieder soweit, bis 10. August sollen die Arbeiten dauern.

»Kein anderes Schiff wurde häufiger bei uns gedockt und gewartet«, erklärte Werft-Geschäftsführer Rüdiger Pallentin. Vom 4. Juli bis 2. August wird das 118 m lange, 25 m breite und 11,5 m tiefgehende Schiff für Arbeiten am Unterwasserschiff auf den Pallungen des Kaiserdocks II trockengestellt.

Über die aktuelle Reise berichten Holger und Stephanie von Neuhoff exklusiv für die HANSA in einem Online-Reisetagebuch.

Während dieser 70. Werftliegezeit erfolgt an der »Polarstern« unter anderem die Demontage und die Überholung der Flossen-Stabilisatoren. Notwendige Wartungsarbeiten am Propeller, Ruder, der Stevenrohrabdichtung und dem Bugstrahler werden durchgeführt und die Aufbauten erhalten einen neuen Farbanstrich. Weiterhin erfolgen während der Dockung Stahlarbeiten im Bereich des Schornsteinzwischendecks, der Aufbau des Bug-Krans, die Installation einer neuen Tankheizung sowie die Errichtung einer neuen Lagerplattform für Ersatzteile im Heli Hangar. Im Innenbereich des Forschungsschiffes werden zudem 20 Bäder in den Kabinen erneuert.

In Vorbereitung auf die anstehende Forschungsreise des MOSAiC-Projektes, eine der spektakulärsten Arktisexpeditionen überhaupt, erfolgen diverse Schutzmaßnahmen für die Überwinterung im arktischen Eis.

Bis heute ist die »Polarstern« eines der leistungsfähigsten Polarforschungsschiffe weltweit und kann sogar in der Packeiszone arbeiten und mit seinem doppelwandigen Stahlrumpf bis zu 1,5 m dickes Eis brechen. Die notwendige Energie hierfür liefern vier KHD-Hauptmaschinen mit einer Maschinenleistung mit insgesamt 14.120 kW.

Eine regelmäßige Wartung ist vor allem wegen der Belastungen in der Eisfahrt unerlässlich. So werden die Schiffspropeller durch Eiskontakt belastet, ebenso die Ruderanlage. Im Überwasserbereich beeinflussen starke Minustemperaturen den Betrieb aller Winden und Kräne. Die letzte große Generalüberholung erfolgte von 1999 bis 2001, in dieser Zeit wurde das Schiff technisch auf den damals neuesten Stand gebracht.

Ein Nachfolger für die mittlerweile 37 Jahre alte »Polarstern« ist in Planung. Auch im Hause der Lloyd Werft laufen seit geraumer Zeit die Vorplanungen für den möglichen Neubau, mit der Entscheidung über die Auftragsvergabe wird noch in diesem Jahr gerechnet, heißt es seitens der Werft.