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Britische Spezialeinheiten haben den Rohöl-Tanker »Grace 1« vor Gibraltar geentert und festgesetzt. Es geht um einen möglichen Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Es bestehe der Verdacht, dass das Öl an Bord des Tankers »Grace 1« für die Baniyas-Raffinerie in Syrien bestimmt gewesen sei. Das wäre ein Verstoß gegen geltende EU-Sanktionen, die für das Bürgerkriegsland gelten.

Nach Angaben des Londoner Verteidigungsministeriums hätten 30 Soldaten einer Spezialeinheit den Tanker vor Gibraltar besetzt – per Helikopter und Schnellboot. Die örtlichen Behörden Gibraltars hätten die Hilfe der Streitkräfte angefordert, teilte die Regierung der britischen Exklave im Süden Spaniens mit.

Der 330 m lange Tanker (330.000 tdw) fährt unter der Flagge Panamas und gehört laut VesselsValue einer Gesellschaft mit Sitz auf Dubai, die aber Verbindungen in den Iran haben könnte. AIS-Daten zeigen, dass er aus dem Persischen Golf kommend um das Horn von Afrika nach Gibraltar gefahren ist. Warum das Schiff nicht die wesentlich kürzere Route durch den Suezkanal ins Mittelmeer genommen hat, ist unklar und hatte unter anderem den Verdacht ausgelöst. Auch sei das AIS-Signal immer wieder abgeschaltet worden, berichten Insider.

Der Iran protestierte hat gegen den Stopp des Öltankers und bezeichnete die Aktion als »illegal« und »Akt der Piraterie«. Mit Mohsen Rezaei drohte ein hochrangiger Vertreter der Revolutionsgarden mit einem Gegenschlag. Sollte die »Grace 1« nicht freikommen, könnte im Gegenzug ein britischer Tanker gekapert werden.

Die Rechtmäßigkeit der Aktion, die anderen Quellen zufolge auf Ersuchen der USA erfolgte, wie auch das weitere Schicksal des Tankers müssen nun unter Umständen juristisch geklärt werden.