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Nach der Ankündigung von Linienreedern, die Falsch-Deklaration von Gefahrgut mit hohen Strafen zu belegen, melden sich nun die Spediteure zu Wort. Der Weltverband FIATA fordert einen Dialog ein.

Es sei dringend nötig, miteinander zu sprechen, heißt es in einem Statement der in der Schweiz ansässigen Organisation. Prinzipiell wird die Bereitschaft signalisiert, die aktuelle Situation zu verbessern.

In der Situation geht es um die Falsch-Deklaration von Gefahrgütern. Unzureichend deklarierte Gefahrgüter gelten bei den meisten Experten als eine wichtige Ursache für Brandhavarien auf Schiffen. Wenn der Reeder keine genaue Kenntnis hat, kann er im Stauplan nicht entsprechend reagieren und so das Risiko eines Übergreifens nach Ausbruch eines Brands reduzieren. Solche Prozesse hatten in der Vergangenheit des öfteren zu Unglücken geführt.

Auch aus diesem Grund hatten führende Carrier wie Maersk, Hapag-Lloyd und Hyundai Merchant Marine zuletzt angekündigt, Strafen gegen Verlader zu verhängen, die Ladungen falsch deklarieren. Summen von bis zu 15.000 $ pro Ladung wurden genannt. Die Reeder haben dabei die Versicherungsbranche auf ihrer Seite.

FIATA-Generalsekretär Stephen Morris kritisiert das Vorgehen und zweifelt den eingeschlagenen Weg an. »Es ist interessant, dass sie (Reedereien) über Geldbußen sprechen, denn ich glaube nicht, dass man im privaten Sektor Menschen bestrafen kann. Normalerweise beziehen sich Geldbußen auf Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsbehörden.«

Die Reedereien nennen das Vorgehen einen Versuch, die Sicherheit zu verbessern und Verzögerungen zu reduzieren. Bis zu einem Viertel aller schweren Vorfälle an Bord von Containerschiffen sind der Argumentation zufolge auf falsch deklarierte Ladung zurückzuführen.

Morris sagte nun, die Spediteure die Notwendigkeit der Sicherheit auf See uneingeschränkt unterstützen. »Das Leben von Seeleuten und der Schutz des Eigentums von Reedern an Schiffen sollten zu Recht von größter Bedeutung sein«, heißt es.

Es gibt nach Ansicht der FIATA allerdings offene Fragen. Dazu gehört auch, ob die Geldbußen nur für die Falschdeklaration von Gefahrgütern oder für alle Güter gelten. Morris betont dabei den Unterschied zwischen »Full Container Load« und »Less than Container Load«. »Wenn Sie einen Container mit einer Vielzahl von Waren anderer Personen füllen, wissen Sie nicht, in welchem Zustand sich diese Waren befinden und ob die Waren in diesem Container auf der Dokumentation richtig beschrieben sind oder ob diese Waren im Hinblick auf die Schaffung einer chemischen Reaktion kompatibel sind«, so der Verbandsvertreter.

Der Verband steht nach eigenen Angaben bereits in telefonischem Kontakt mit den wichtigsten Linien. Man habe um die Gelegenheit gebeten, über die Angelegenheit zu sprechen: »Was wir sagen, ist, lassen Sie uns darüber diskutieren, wie wir Ihnen helfen können, und wie wir unseren Mitgliedern helfen können, Ihre Bestimmungen einzuhalten.«