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Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat einen Förderaufruf für den Bau und Betrieb einer Entwicklungsplattform für Power-to-Liquid-Kraftstoffe gestartet. Laut Andreas Scheuer soll [ds_preview] damit die »weltweit größte Produktionsanlage für strombasierte Kraftstoffe gefördert werden«.

Wie das Bundesministerium mitteilt, können ab sofort Projektskizzen für den Bau und Betrieb einer Entwicklungsplattform für strombasierte Flüssigkraftstoffe (Power-to-Liquid, PtL) mit einer Produktionskapazität von bis zu 10.000 t PtL-Kraftstoff pro Jahr beim BMVI eingereicht werden.

»Mit dem Umstieg auf strombasierten Kraftstoff können wir Millionen Tonnen an CO2-Emissionen einsparen. Dafür brauchen wir aber bis 2030 eine große Menge an klimaneutralem Treibstoff – und zwar vor allem für Flugzeuge und Schiffe. Um strombasierte Kraftstoffe raus aus dem Labor und rein in die Massenproduktion zu bringen, fördern wir die weltweit größte Produktionsanlage. Insgesamt investieren wir über 1,5 Mrd. € in den kommenden Jahren in erneuerbare Kraftstoffe«, sagt Bundesminister Scheuer.

Fokus auf Luft- und Schiffverkehr

Die PtL-Entwicklungsplattform soll sowohl der Forschung als auch Demonstrationszwecken dienen, um die Lücke zwischen Entwicklung und industriellen Markthochlauf von PtL-Kraftstoffen zu schließen. Dabei wird der Fokus auf dem Luft- und Schiffverkehr liegen.

Der heute gestartete Förderaufruf dient der Auswahl einer Wissenschafts- und Forschungseinrichtung, welche die Errichtung und den Betrieb der PtL-Plattform koordiniert. Die Zuwendung wird in einem mehrstufigen Wettbewerb ermittelt. Die Einreichung der Projektskizzen für die Teilnahme an der 1. Stufe ist ab sofort und bis zum 15. Oktober 2021 möglich.

Die Förderung der PtL-Entwicklungsplattform ist Teil des BMVI-Gesamtförderkonzepts für erneuerbare Kraftstoffe, welches für den Zeitraum 2021-2024 insgesamt 1,54 Mrd. € an Fördermitteln bereitstellt. Das Gesamtförderkonzept setzt sich aus vier Maßnahmen zusammen:

  1. Eine erste Förderrichtlinie zur Entwicklung regenerativer Kraftstoffe wurde bereits am 11. Mai 2021 veröffentlicht und widmet sich der Weiterentwicklung von erneuerbaren Kraftstofftechnologien. Sie zielt vor allem auf angewandte Forschungs-, Demonstrations- und Pilotvorhaben ab.
  2. Der heute veröffentlichte, wettbewerbliche Förderaufruf zur Errichtung und dem Betrieb einer PtL-Entwicklungsplattform soll eine Forschungs- und Demonstrationsanlage im semi-industriellen Maßstab umsetzen und den Übergang zum Markteintritt von PtL-Kraftstoffen schaffen.
  3. Bei einer weiteren Förderrichtlinie geht es um Investitionen in die Umrüstung oder den Neubau von Erzeugungsanlagen für erneuerbare Kraftstoffe (strombasierte Kraftstoffe und fortschrittliche Biokraftstoffe), damit diese auch in größerem Umfang am Markt verfügbar sind. Die Förderrichtlinie soll im 2. Halbjahr 2021 veröffentlicht werden.
  4. Die vierte Fördermaßnahme soll zielgerichtet den Markthochlauf von strombasiertem Kerosin unterstützen. Eine Vorstudie zu Ausgestaltungsmöglichkeiten des Förderdesigns ist beauftragt und im Rahmen dessen wird seit Anfang August mit einem unverbindlichen Skizzenaufruf das Feedback von Marktteilnehmern eingeholt. Das darauf aufbauende verbindliche wettbewerbliche Förderverfahren startet voraussichtlich Anfang 2022.

Die PtL-Entwicklungsplattform wird ein Teil des Deutschen Zentrums Mobilität (DZM) sein. Mit dem DZM wird eine übergeordnete Plattform geschaffen, um »kreativ, interdisziplinär und innovativ zukunftsweisende Mobilitätskonzepte zu erdenken, zu entwickeln und in der Praxis unmittelbar zu erproben«, so das BMVI.