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Arkona Allied Container, ein Befrachtungsverbund von 17 Reedereien, betreut bislang mehr als 100 Containerschiffe. Demnächst steigt diese Zahl mit etlichen Neubauten.

Erst Anfang des Jahres hatte AAC umfirmiert. Der Gründungsgesellschafter Arkon Shipping, inzwischen mit dem Logistik- und Schifffahrtskonzern Rhenus verbandelt und auf die Projektschifffahrt fokussiert, war im Januar ausgeschieden. Hinzugekommen ist im Namen seither ein Buchstabe – der Verbund mit Sitz in Hamburg heißt jetzt Arkona Allied Container. [ds_preview]

Ihm gehören 17 Reedereien aus Nordwestdeutschland und den Niederlanden an, die ihre Schiffe ins Management bei AAC unter Führung der geschäftsführenden Gesellschafter Ole Gabs und Wolfgang Klodwig gegeben haben. Neben dem Chartering (Befrachtung) übernimmt AAC als Makler auch An- und Verkäufe (S&P) sowie die Projektentwicklung für die angeschlossenen Unternehmen.

Fünf Reedereien bestellen elf Schiffe

Von fünf dieser Reedereien kommen jetzt Bestellungen von Neubauten. Die Serie umfasst bislang elf Schiffe, die bei zwei Werften in China in Auftrag gegeben wurden. Das bestätigte AAC-Chef Ole Gabs jetzt gegenüber der HANSA. Es handelt sich um Öko-Feederschiffe mit einer Kapazität von jeweils 1.050 TEU, die als »methanol ready« bezeichnet werden.

Der Entwurf sei in Abstimmung mit den beteiligten Reedern und auch mit Charterern entstanden, berichtet Gabs. Es handle sich um eine komplett neues Design, »wir haben buchstäblich mit einem weißen Blatt Papier angefangen.« Jüngst wurden nun die Schiffbau-Verträge in China für die ersten Neubauten für Reedereien wie Jüngerhans, Wessels oder HS Schiffahrt unterzeichnet. »Es könnten künftig durchaus noch mehr Schiffe werden«, sagt Gabs.

AAC hat Design neu entwickelt

Weitere Details werden vorerst nicht genannt, sollen aber später nachgeliefert werden. AAC  hatte Gabs zufolge das Projekt in den vergangenen Jahren in Eigenregie technisch entwickelt und übernimmt auch die Projektsteuerung und Bauaufsicht. Sobald die Schiffe abgeliefert werden, sollen sie in einem Pool beschäftigt werden. Die auf den Transport von 40-Fuß-Containern ausgelegten Feeder sollen im weltweiten Shortseaverkehr eingesetzt werden.

Charterverträge existieren bislang nicht. Doch angesichts der Tatsache, dass gerade das Segment der kleineren Feederschiffe als »unterbaut« und erneuerungsbedürftig gilt, ist man bei AAC mehr als optimistisch, dass die moderne Öko-Tonnage ihre Abnehmer findet.

AAC war Mitte 2018 durch Zusammenlegung des Containerschiff-Desks von Arkon Shipping unter Leitung von Ole Gabs und Allied Feederships Chartering unter Leitung von Wolfgang Klodwig entstanden. Beide kannten sich aus früherer gemeinsamer Tätigkeit für den Schiffsmakler Stüwe & Co., der 2013 mit der Maklerabteilung von Ernst Russ und der Feederschiffsabteilung von Peter Döhle zu Ernst Russ Shipbrokers fusionierte. Dritter Geschäftsführer der Firma war seinerzeit Arkon-Chef Torsten Westphal, der zu Beginn dieses Jahres ausgeschieden ist.

AAC stellt Feeder am Kontinent und im Mittelmeer

Zu den Gründern zählten Jüngerhans, Wessels, Nordic, HS Schiffahrt und Jebsen Shipping. Ein Jahr nach der Gründung wuchs der Verbund bereits auf 13 Reedereien, als unter anderem Bernd Sibum (Haren/Ems), Elbdeich (Drochtersen), Harren (Bremen), TS-Shipping (Haren/Ems) und H.-P. Wegener (Jork) hinzukamen. Heute sind es 17 Partner.

Einen Schwerpunkt des Geschäfts bei AAC bildet der Chartermarkt für Feederschiffe am europäischen Kontinent und im Mittelmeer. Für diese Märkte betreibt AAC den »Super Feeder Pool« mit eisgängigen 1.000-TEU-Schiffen sowie einen weiteren Pool für Frachter mit hoher Kapazität für 45-Fuß-Container, wie sie bevorzugt im Shortsea-Verkehr eingesetzt werden.