Bremerhaven wird zum „Deployment Hub“

Um Bundeswehr und NATO besser unterstützen zu können, wird in Bremerhaven eine Summe von rund 1,35 Mrd. € investiert. Vom geplanten „Deployment Hub“ soll auch die zivile Infrastruktur des Landes profitieren.
(v.l.) Thomas Ehmke (Chef der Senatskanzlei Bremen), Roland Börger (Präsident des BAIUDBw), Robert Howe (Geschäftsführer bremenports) und Martin Günthner (Oberbürgermeister Bremerhaven)
(v.l.) Thomas Ehmke (Chef der Senatskanzlei Bremen), Roland Börger (Präsident des BAIUDBw), Robert Howe (Geschäftsführer bremenports) und Martin Günthner (Oberbürgermeister Bremerhaven) (© Bremenports)

Bereits Ende September haben Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Matthias Magnor, Vorstandsvorsitzender der BLG Logistics Group, einen entsprechenden „Letter of Intent“ unterschrieben. Nun folgten die Verwaltungsvereinbarung und die ersten Einzelverträge. Unterschrieben haben Roland Börger, Präsident des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), Thomas Ehmke, Chef der Senatskanzlei Bremen, und Robert Howe, Geschäftsführer der Hafenmanagementgesellschaft Bremenports.

Mit den Verträgen ist der Startschuss für das Großprojekt „Deployment Hub Bremerhaven 2031“ (DHB31) gefallen. Ein wesentlicher Teil der vorgesehenen Maßnahmen kann jetzt umgesetzt werden. Das 1,35 Mrd. € umfassende Projekt dient laut einer Mitteilung von Bremenports dazu, die Infra- und Suprastruktur rund um die bremischen Häfen zu stärken. Ziel ist es, die logistischen Voraussetzungen für Bundeswehr und NATO zu verbessern. Sowohl die Hafen- als auch die Hinterlandinfrastruktur soll profitieren; geplant sind die Maßnahmen hauptsächlich rund um die Häfen, aber auch in Bremerhaven selbst sowie am Flughafen Bremen. Geplanter Abschluss ist, wie der Name des Projekts vermuten lässt, im Jahr 2031.

Verteidigung und ziviler Nutzen

Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das BAIUDBw. Als zuständiger Vertragspartner der Bundeswehr ist das Bundesamt gemeinsam mit Bremen und Bremenports für die Umsetzung der Maßnahmen verantwortlich. Die einzelnen Projekte wurden in den vergangenen Monaten zwischen den Beteiligten intensiv abgestimmt. Die Hafenmanagementgesellschaft Bremenports ist vom Bremer Senat beauftragt, die gemeinsam mit dem Bund verabredeten Infra- und Suprastruktureinzelmaßnahmen umzusetzen. Die logistischen Dienstleistungen im Rahmen des DHB31-Projekts soll die BLG Logistics Group vor Ort übernehmen.

„Auf Grundlage der Gespräche, die wir im Vorfeld mit den Senatsvertretern und der Hafenmanagementgesellschaft Bremenports geführt haben, hat sich eine sehr effektive Partnerschaft entwickelt“, sagte BAIUDBw-Präsident Börger. „Gemeinsam konnten wir zahlreiche infrastrukturelle Vorhaben entwickeln und abstimmen. Gerade weil es eben zivil-militärische Projekte sind, sind die Investitionen im Rahmen des DHB31-Projekts besonders wertschöpfend: Wir stärken damit unsere Verteidigungsfähigkeit und zugleich schaffen wir einen Mehrwert für die zivile Nutzung der vorhandenen Infrastruktur.“

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation in Bremen, fügte hinzu: „Dual-Use heißt hier ganz konkret: Die Containerkaje wird saniert, der Kaiserhafen nahezu komplett neu gebaut und der Hafenbahnhof Speckenbüttel ausgebaut. Das dient der Landes- und Bündnisverteidigung und macht die bremischen Häfen zugleich leistungsfähiger. Die zivile Nutzung ist von Anfang an mitgedacht und ausdrücklich gewollt. Aus den Bremerhavener Häfen wird kein abgeschirmtes Militärgelände. Für unseren Hafenstandort ist das eine sehr gute Nachricht, denn ein Projekt dieser Größe hätte Bremen allein nicht stemmen können.“

Thomas Ehmke, Chef der Senatskanzlei Bremen, nannte die Investition ein starkes Signal für Bremen. „Mit der Infrastruktur-Ertüchtigung schaffen wir die nötigen Voraussetzungen, um den militärischen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig einen nachhaltigen zivilen Nutzen zu ermöglichen“, sagte er. „Jetzt kommt es darauf an, die zahlreichen Einzelmaßnahmen zügig umzusetzen. Das ist eine große Aufgabe für alle Beteiligten. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die notwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren so effizient wie möglich zu gestalten und schnell zum Abschluss zu bringen.“

„Eine epochale Aufgabe“

Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe sieht in den Vertragsunterzeichnungen vor allem den Beginn einer anspruchsvollen Umsetzungsphase: „Jetzt bringen wir auf die Spur, was wir gemeinsam vorbereitet und vereinbart haben“, sagte er. „Vor uns liegt eine epochale Aufgabe, der wir mit Respekt, aber vor allem mit großer Motivation begegnen. Die Investitionen geben uns die Chance, die Häfen resilienter aufzustellen und ihre Infrastruktur auf ein neues Niveau zu heben. Davon profitieren sowohl die zivile Nutzung am Wirtschafts- und Hafenstandort Bremerhaven als auch die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes.“

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