VSM-Chef Lüken sieht „verbesserten Realitätssinn“ in der Schiffbau-Politik

Marine, Meyer Werft sowie die Schiffbau-Politik in Berlin, in der EU und in den USA: Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer beim Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), nimmt im HANSA-Gespräch die „Hot Topics“ der Branche in den Blick.
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Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer beim Verband Schiffbau und Meerestechnik (VSM) zu Gast beim HANSA Podcast (© Westerkamp/HANSA)

VSM-Chef Lüken ist ein erfahrener Experte für das Werften-Geschäft. Seit Jahren warnt er vor einer wachsenden Abhängigkeit der Schifffahrt von der asiatischen, speziell chinesischen, Schiffbau-Industrie. Er fordert deutlich mehr Engagement seitens der hiesigen Politik, um einen fairen Wettbewerb mit den staatlich enorm unterstützen Werften in Fernost zu ermöglichen. In der neuen Episode des HANSA Podcasts sagt er nun, aktuell sehe er einen „verbesserten Realitätssinn“ in der deutschen Schiffbau-Politik. Zu den Ursachen gehört unter anderem die welt- und geopolitische Lage, die in der jüngsten Vergangenheit von großer Dynamik geprägt hat und so manchen politischen Entscheidungsträger zu einem stärkeren Einsatz für die Belange der maritimen Branche bringt.

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Insofern ist Lüken mit Blick auf die Politik zumindest etwas positiver gestimmt als noch vor einigen Jahren. Allerdings gebe es noch einiges zu tun („Wir müssen Gas geben“). In diesem Zusammenhang geht er auf die „Europäische Maritime Industriestrategie“ ein und spricht sich für einen stärkeren europäischen Schulterschluss aus: „Wir werden die Themen nicht alleine national lösen und dürfen nicht den Weg gehen, den wir in den letzten 20 Jahren gegangen sind“, sagt Lüken im HANSA Podcast. Europäischer Wettbewerb müsse zu gleichen Bedingungen stattfinden, „das ist aber heute nicht gegeben“.

In der Episode spricht er auch über den Marine-Schiffbau, der seiner Ansicht nach noch großes Potenzial birgt. Es geht um neue Fregatten und weitere Militärprojekte. Außerdem geht er auf die große Nachfrage auch in den anderen Segmenten, in denen die deutschen Werften aktiv sind, ein. Aber: „Nur mit ›Highend‹ können wir die kritische Messe unter Umständen nicht aufrechterhalten.“ Eine Verdopplung des Umsatzes der Schiffbau-Industrie hält er dennoch für „nicht überambitioniert“. Aktuell sieht er die Branche in einer „absoluten Wachstumsphase“.

Ein wichtiges Thema: die im April anstehende Nationale Maritime Konferenz: Von dem Treffen von Politik und maritimer Wirtschaft erwartet der VSM-Geschäftsführer deutlich mehr Konkretes als es bei der letzten Ausgabe in Bremen 2023 der Fall war: „Unser Anspruch an eine Nationale Maritime Konferenz ist größer“, so Lüken, der auf entsprechende Initiativen aus der Wirtschaft sowie Gespräche mit Wirtschaftsministerin Reiche und den Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploss, eingeht.

Hören Sie hier die komplette Episode. Lüken spricht unter anderem über

  • die Übernahme von NVL aus der Lürssen-Gruppe durch den Rüstungskonzern Rheinmetall
  • die Querelen um die Meyer Werft sowie seiner Ansicht nach schwierige Aspekte in der Sanierung nach dem Staatseinstieg
  • das deutsche Vergaberecht („Der Auftrag nach Spanien war ein Fehler“)
  • Vor- und Nachteile von Staatswerften
  • die Schiffbau-Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump („Wir können den Amerikanern helfen“) und den vieldiskutierten Jones Act
  • die anstehende Nationale Maritime Konferenz in Emden
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