Print Friendly, PDF & Email

Die IMO hat auf ihrer jüngsten Tagung in London alle Versuche abgeschmettert, die Einführung der Schwefelobergrenze (Sulphur Cap) zum 1. Januar 2020 zu verzögern. Ein Vorstoß zur Schaffung einer Übergangsphase wurde abgelehnt.

Das beabsichtigte Tank-Verbot für Schweröl (HFO) gilt ebenso wie die weltweite Vorgabe, künftig weltweit nur noch Kraftstoff mit maximal 0,5% Schwefelgehalt zu verwenden oder aber Scrubber zu installieren. Im Mai 2019 sollen im IMO-Umweltausschuss MEPC noch einmal strittige Fragen wie die Qualität und Verfügbarkeit konformer Kraftstoffe beraten werden, doch spätestens jetzt ist klar: Die vielfach geforderte Übergangsphase wird es nicht geben.

Kein Mangel an schwefelarmem Kraftstoff

Bjarne Schieldrop, Rohstoff-Analyst der schwedischen SEB Bank, hat jetzt Zweifel zerstreut, es könnte an neuen, niedrigschwefeligen Kraftstoffen fehlen. Die Raffinerien weltweit seien durchaus in der Lage, ab 2020 qualitativ hochwertiges LFSO produzieren. Voraussetzung sei lediglich ein ausreichend hoher Produktpreis etwa 90 $/t unterhalb des Preises für Marinediesel (MDO).

SEB
Grafik: SEB

Es werde auch künftig ausreichende Mengen an Schweröl (HFO, 3,5%) geben. Allerdings werde der Preisunterschied zwischen MDO und HFO im Jahr 2020 bei mehr als 450 $/t liegen und sich die Differenz zwischen LSFO und HFO auf mehr als 360 USD/t erhöhen. Erst in den folgenden Jahren, mit der Anpassung des Marktes, dürften sich die Preise stärker aufeinander zu bewegen.

Die Länder der EU28 können mehr als 1 Mio. Barrel/Tag 0,5%-Kraftstoff produzieren. Dies reiche völlig aus, um die Inlandsnachfrage sowie den innerhalb der EU benötigten Bunkerbedarf abzudecken.