Print Friendly, PDF & Email

Die »Yantian Express« soll auf ihrer Odyssee durch den Atlantik ihre nächste Etappe starten. Damit könnte nach über fünf Monaten Verspätung der eigentliche Bestimmungshafen erreicht werden.

Auf dem unter deutscher Flagge fahrenden 7.150-TEU-Frachter der Reederei Hapag-Lloyd war Anfang Januar Feuer in einem Container auf dem Vorschiff ausgebrochen. Die Flammen hatten anschließend auf weitere Boxen übergegriffen. Schweres Wetter hatte zunächst die Löscharbeiten behindert, so dass die Reederei schließlich »Havarie-grosse erklären musste.

Das Schiff wurde nach Freeport geschleppt, wo es seit Anfang Februar liegt. Eigentlicher Zielhafen der Reise war Halifax in Kanada. Dorthin soll die »Yantian Express« verholen, wenn alle technischen Aspekte geklärt seien, hieß es seitdem mehrfach. Wie der japanische Allianzpartner von Hapag-Lloyd, ONE, jetzt mitteilte, soll das Schiff nun am Mittwoch Freeport verlassen und am Sonntag in Halifax ankommen.

Ganz sicher war man sich aber offenbar nicht, der Zeitplan gelte vorbehaltlich der ausstehenden Genehmigung durch die Klassifikation, der Ankunft von Ersatzteilen und dem Abschluss der Reparaturen, teilte ONE am Freitag mit.

202 Container erlitten bei der Havarie einen Totalschaden, weitere 460 Boxen sollen sich in dem Brandbereich befunden haben, der von Sachverständigen untersucht wurde.

Darüber hinaus dürfte ein erheblicher Anteil der Ladung wirtschaftlich verloren und inzwischen wertlos für die Empfänger sein, wie es in einem Kundenrundschreiben des britischen Schadendienstleisters Roose + Partners heißt. »Die Bestellungen sind Monate alt. Saisonale und zeitkritische Ware wird nicht mehr zum Fälligkeitstermin geliefert werden können, was einen entsprechenden Wertverfall nach sich zieht.«

Mit ausschlaggebend für die Verzögerungen im Nothafen Freeport waren neben Reparaturarbeiten am Schiff auch Probleme bei der Ermittlung der geretteten Werte und dem Einsammeln der erforderlichen Bergungs- und Havarie-grosse-Garantien bei den Ladungsinteressen, so Roose + Partners. Aufgrund der weiten Entfernung Freeports vom eigentlichen Zielhafen Halifax und der massiven Laufzeitüberschreitung der gebuchten Transporte sei die Wertermittlung der Ladung mühsam gewesen, heißt es. (MM/mph)