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Die Reederei Maersk verhandelt offenbar mit Russlands Eisbrecher-Reederei Rosatomflot über eine regelmäßige Nutzung der Nordostpassage.

Im September hatten die Dänen die erfolgreiche Fahrt der »Venta Maersk« (3.600 TEU) über den nördlichen Seeweg von Wladiwostok nach Bremerhaven noch als »einmaligen Versuch« bezeichnet. Dieser Test habe es ermöglicht, außergewöhnliche Erfahrungen zum Schiff, Crew und zur Funktionalität der landseitigen Anbindung zu sammeln. Hingegen sei die Nordostpassage keine wirtschaftliche Alternative zu den bestehenden Ost-West-Routen so lange sie nur drei Monate im Jahr eisfrei sei.

NordostpassageRussland investiert Milliarden in die Erschließung der nördlichen Seeroute. Bis 2035 sollen insgesamt 13 leistungsstarke Eisbrecher auf der Nordostpassage im Einsatz sein, von denen neun über Atomantriebe verfügen.

Nun scheint in Kopenhagen ein Umdenken stattgefunden zu haben. Maersk prüfe, ob in Zusammenarbeit mit der russischen Eisbrecherflotte von Rosatom nicht doch ein Linienservice angeboten werden soll, berichtet High North News. »Wir verzeichnen eine steigende Nachfrage nach Warentransporten aus dem Fernen Osten nach Westrussland, die wir derzeit gemeinsam prüfen«, bestätigte Maersk auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Nordroute ist etwa 3.000 sm kürzer als die übliche Strecke über den Suezkanal und könnte die Seetransportzeiten von Asien nach Europa um eine Woche erheblich verkürzen. Sie verläuft von Murmansk an der russischen Grenze zu Norwegen bis zur Beringstraße bei Alaska. Schiffe, die auf der Insel fahren, benötigen eine Genehmigung der russischen Behörden.

Die russische Regierung hat Rosatom die Führung mit der Erschließung der Nordostpassage beauftragt. Ingesamt stehen dafür 735 Mrd. Rubel (gut 10 Mrd. €) für sechs Jahre zur Verfügung. Etwa ein Drittel stammen aus dem Staatshaushalt, die restlichen zwei Drittel werden von Investoren aus der russischen Öl- und Gasindustrie finanziert, darunter von Rosatom, Rosneft und Novatek.