Panamax-Bulker profitieren von steigenden US-Exporten nach China

Niedrigere Zölle und höhere Getreidelieferungen beleben den Massengutverkehr zwischen den USA und China. Davon profitieren laut BIMCO vor allem Panamax-Bulker. Bei Kohle liegen die Mengen weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2024.
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Panamax-Bulker „Ligari“ (© Wägener)

Die US-Massenguttransporte nach China sind in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 104% gestiegen. Haupttreiber waren nach Angaben des Schifffahrtsverbands Bimco die Getreidelieferungen, die um 176% zulegten.

2025 hatten zunehmende Handelsspannungen und höhere Zölle die Transporte zwischen beiden Ländern belastet. Ein im November 2025 geschlossenes Abkommen senkte die Zölle auf US-Getreide und legte Importziele für US-Sojabohnen fest. Dadurch hätten sich die Transporte 2026 teilweise erholt, erklärte Filipe Gouveia, Shipping Analysis Manager bei Bimco.

Auch die US-Lieferungen von Kohle und Petrolkoks nach China nahmen zu. Die Kohletransporte stiegen im bisherigen Jahresverlauf um 44%, die Petrolkokstransporte um 33%. Trotz des Zuwachses lagen die Kohlemengen noch 77% unter dem Niveau von 2024. Bei Petrolkoks begünstigten geringere Lieferungen aus Saudi-Arabien nach China den Anstieg der US-Exporte.

Panamax-Bulker transportieren den Großteil

Vom höheren Ladungsaufkommen profitierte vor allem das Panamax-Segment. Diese Schiffe beförderten 68% der Massengutmengen zwischen den USA und China. Weitere 28% entfielen auf Supramax-Bulker, denen insbesondere die gestiegenen Petrolkokstransporte zugutekamen.

„Mit Beginn des vierten Quartals dürften die US-Getreidelieferungen weiter zunehmen, da die diesjährige Sojabohnen- und Maisernte eingebracht und exportiert wird“, sagte Gouveia. US-Mais könnte besonders stark gefragt sein. Als Grund nannte er Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer, die nach seiner Darstellung die ukrainischen Exporte über See zum Erliegen gebracht hätten.

Weitere Zollerleichterungen vereinbart

Zusätzliche Impulse könnten aus den jüngsten Handelsverhandlungen zwischen Washington und Peking kommen. Dabei vereinbarten beide Seiten günstigere Zollbedingungen für Waren im Wert von jeweils rund 30 Mrd. $ je Handelsrichtung. Wann die Änderungen gelten und wie die Zölle für einzelne Produkte sinken sollen, ist noch offen.

Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums sollen bei mehr als 90% der erfassten Produkte sämtliche zusätzlichen bilateralen Zölle entfallen. Auf US-Seite umfasst das Abkommen unter anderem Kohle und die meisten Getreidearten. Ausgenommen sind Sojabohnen, das mengenmäßig wichtigste US-Massengut im Export nach China. Die vom Abkommen erfassten Produkte machten 2025 einen Anteil von 16% der US-Massenguttransporte nach China aus. 2024 waren es noch 35 % gewesen.

China habe sich im Rahmen der Verhandlungen zudem verpflichtet, 2027 und 2028 mindestens 10 Mio. t US-Kohle zu importieren, teilte Bimco mit. Ob die Menge jeweils pro Jahr oder für beide Jahre zusammen gilt, geht aus dem Ausgangstext nicht eindeutig hervor.

Bimco erwartet dadurch ungefähr eine Verdopplung der Kohletransporte zwischen beiden Ländern. Die Mengen lägen dann noch rund 2 Mio. t unter dem Niveau von 2024. Auch die Transportnachfrage in Tonnenmeilen würde profitieren: Die Transportentfernung für US-Kohle nach China ist laut Verband etwa viermal so groß wie die durchschnittliche Strecke chinesischer Kohleimporte.

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