Gorch Fock, Bredo
© Scheer
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Lürssen rückt der Übernahme der insolventen Elsflether Werft näher. Beim Bundeskartellamt läuft bereits ein wettbewerbliches Prüfverfahren.

Im Bieterverfahren um die angeschlagene Elsflether Werft waren zuletzt noch zwei Werften im Rennen, wobei Lürssen gegenüber der Fassmer Werft die Nase vorn [ds]gehabt haben soll. Vor einer Woche hatte der Gläubigerausschuss getagt – und offenbar das Angebot von Lürssen favorisiert.

Dem Bundeskartellamt ist unmittelbar im Anschluss ein offizieller Antrag von Lürssen zugegangen, der den »Er­werb we­sent­li­cher Ver­mö­gens­tei­le der Els­flether Werft AG« vorsieht. Die Wettbewerbsbehörde hat 30 Tage Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Ein Ausschlussgrund könnte eine befürchtete zu große Marktmacht von Lürssen sein. Zur Gruppe mit Stammsitz in Bremen gehören außerdem Standorte in Lemwerder, Bardenfleth, Hamburg (Blohm+Voss, Norderwerft), Wolgast (Peenewerft) und Schacht-Audorf (Kröger Werft). Fassmer hat keine weiteren Standorte neben Berne.

Beide Werften, direkt nebeneinander an der Weser gelegen, bemühen sich um den Auftrag zur Sanierung des Marine-Schulschiffes »Gorch Fock«. Lürssen soll das günstigere Angebot abgegeben haben. Fassmer, wo die »Gorch Fock« seit dem Ausdocken in Bremerhaven liegt, könnte hingegen leer ausgehen. Die Bredo Werft hatte nach den Querelen um ausstehende Sanierungskosten bereits vor Wochen die Segel gestrichen.

Die Elsflether Werft war Ende 2015 mit der Sanierung der »Gorch Fock« beauftragt worden. Ursprünglich waren dafür 10 Mio. € kalkuliert, die Kosten sind inzwischen auf 135 Mio. € angestiegen. Im Februar musste die Elsflether Werft Insolvenz anmelden. Gegen die früheren Vorstände sowie einen Mitarbeiter des Marinearsenals in Wilhelmshaven ermittelt die Staatsanwaltschaft.

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